Ein kleiner „Goliath“

Eine unserer Schafmütter war stundenlang in den Wehen. Unruhig lief sie hin und her, presste, lief weiter, doch nichts ging voran. Ich sah nach und entdeckte zwei kleine Hufe, die sich nach draußen drängten. Der Rest steckte im Geburtskanal fest und kam nicht weiter. Da war Gefahr in Verzug.

Wir lockten das Schaf von der Weide in einen kleinen Corral. Dann besah ich mir die Sache genauer und entschied: das Lamm muss raus! Alleine schafft es die Mutter nicht.

Unser Notfallequipment liegt in der Lammzeit immer griffbereit und so gingen wir rasch ans Werk. Das Lamm steckte wirklich fest und wir zogen abwechselnd behutsam an den Beinchen. Irgendwann kam dann der Kopf zum Vorschein. Wir erschraken! So einen großen Lammkopf hatten wir noch nie gesehen. Scheinbar geschwollen und kugelrund bereitete es uns ziemliche Schwierigkeiten, ihn aus dem Schaf zu befreien. Die Mutter litt, machte aber tapfer mit und presste bei jeder Wehe, die zum Glück noch vorhanden waren.

Die kleine Zunge hing aus dem geöffneten Mund und wir waren nicht sicher, ob das Lamm noch lebte. Aber raus musste es!

Nach unendlichen Minuten zog dann Steffen letztendlich das Lamm auf die Welt.

Ein riesengroßer Brocken, über 4 Kilo schwer. Das hätte locker für zwei Lämmchen gereicht! Aber es lebte!

Wir legten es der Mutter an den Kopf und sie begann sofort, es abzulecken, obwohl die Geburt für sie sicher eine Tortur gewesen war!

Mutter und Kind wohlauf! Ende gut, alles gut!

Am nächsten Morgen fanden wir dann zuckersüße, rabenschwarze Zwillinge vor. Die Mutter hatte sie in der Nacht problemlos alleine zur Welt gebracht.

Einige Stunden später kam dann Lämmchen Nr. 11 zur Welt. Auch ein rabenschwarzes, kerngesundes Böckchen.

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