In diesem Jahr keine 300 Sonnentage

Uruguay wirbt ja gerne mit kalten, trockenen Wintern, in denen täglich die Sonne vom wolkenlosen Himmel scheint. Und im Rest des Jahres herrscht eh‘ eitel Sonnenschein.

Davon kann in diesem Jahr allerdings nicht die Rede sein! Wir erlebten den zweitnassesten Winter seit fast 50 Jahren ( im Durchschnitt im ganzen Land, bei uns hier sehr viel weniger ) und dass seit dem 21. September Frühling ist, davon haben wir noch nichts gespürt!

Ein wolkenverhangener Himmel, manchmal Nieselregen und zwischendurch auch mal heftige Schauer mit Gewitter, Sturmböen und tennisballgroßem Hagel bestimmen eher das Bild. Am vergangenen Sonntag hat bei Paysandú ein Hagelsturm unzählige Dächer und Autos zerstört. Am Montag darauf wurde oben im Norden wieder gebietsweise evakuiert, weil Flüsse über die Ufer getreten waren.

Die Sonnenstunden, ich rede ja nicht mal von Tagen, denn die konnte man seit einem halben Jahr an einer Hand abzählen, sind rar. Das Wetter erinnert eher an einen typischen deutschen November, nur dass dieser seit Ende April den Alltag bestimmt.

Abgesehen von einigen wenigen Tagen heizen wir seit Ende April durchgehend. Nicht nur stundenweise am Abend, sondern oft den ganzen Tag über.

Daran Schuld ist laut verschiedener Wetterdienste El niño. Er schiebt ein Tiefdruckgebiet nach dem anderen über das Land und bis Ende des Jahres ist wohl keine Besserung zu erwarten.

Ein Gutes hat das ganze Schmuddelwetter: das Gras wächst auf den Weiden schneller, als es die Schafe fressen können. Und wenn es jetzt, hoffentlich, auch noch etwas wärmer wird, wird aus dem grünen Land bald ein Regenwald 😁

Der Rasenmäher bleibt im Galpon, dafür ist es meistens zu nass. Der Morgentau hält sich oft bis in die Abendstunden, weil die Sonne fehlt. Richtiger Regen ist dagegen weiterhin selten, jedenfalls bei uns. Da das Gras aber auch im Park munter wuchert, bin ich täglich mit dem Rasenkantenschneider, so heißt das Ding wohl in Deutschland, unterwegs. Damit lassen sich auch größere Rasenflächen gut mähen. Futter für Hühner und Hasen ist also auch reichlich vorhanden.

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