Fleisch aus Uruguay, 2. Teil

In Uruguay gibt es etwa 400.000 Pferde. Das ergibt ungefähr 1 Pferd pro 10 Einwohner. Damit gehört das Land weltweit zu den Ländern mit der größten Pferdedichte, fast gleichauf mit der Mongolei und Island.

Die mit am weitesten verbreitete Rasse ist der Criollo, ein robustes Reit- und Arbeitspferd. Daneben werden in Uruguay auch hochrassige Rennpferde gezüchtet, die vor allem in der arabischen Welt gefragt sind. Für sehr viel Geld werden diese Tiere per Flugzeug verschickt.

Pferdefleisch wird in Uruguay aus kulturellen Gründen nicht gegessen. Trotzdem gehört das Land zu den weltweit größten Pferdefleischexporteuren. Speziell zur Schlachtung gezüchtet werden die Tiere nicht. Exportiert wird nur „Ausschussware“, d.h. Fleisch von alten, kranken oder verletzten Tieren. Da kommen im Jahr zwischen 40.000 und 50.000 Tiere in Frage, deren Fleisch zu 100% ins Ausland , vorzugsweise in die Eu, nach Russland, Japan und China exportiert wird.

Es gibt etwa 4,56 Millionen Schafe im Land. Fleisch und Wolle dieser Tiere sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, obwohl die Menge der Tiere enorm abgenommen hat. Vor etwa 35 Jahren gab es noch 25 Millionen Schafe. Jahrzehntelang nahm der Wollbedarf ab, sodass sich die Zucht nicht mehr lohnte. Seit Neuseeland seine Bestände an Schafen reduziert, steigen die Wollpreise wieder leicht an.

Schaffleisch ist ein hohes Exportgut und findet seine Abnehmer sowohl in Brasilien und China, vor allem aber im arabischen Raum. Besonders hier steigt die Nachfrage stetig an.

Meist wird tiefgekühltes Fleisch exportiert. Lebendtransporte gibt es auch, aber lange nicht so zahlreich wie bei den Rindern.

Schafe werden nicht nur für den Export gezüchtet. Sie stehen oft auf Wiesen und Weiden für den Privatgebrauch. Die Lämmer werden als mascotas mehr oder weniger artgerecht gehalten und landen früher oder später dann doch auf dem Grill.

Und dann gibt es noch etwa 15.000 Ziegen, die als Wirtschaftsfaktor keine Rolle spielen. Größere Herden werden zur Milch- und Käseproduktion gehalten. Die allermeisten Zicklein sind als Grillgut hochbegehrt.

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