Der Papst kommt nach Uruguay

Obwohl das Land seit dem 6. April 1919 säkularisiert ist und selbst für Weihnachten und Ostern eigene Bezeichnungen hat, wirft der Besuch des Papstes seine Schatten voraus. Über 50% der Bevölkerung bezeichnet sich als katholisch, mehr oder weniger gläubig.

Seit dem 14. Juli 1878 hat Uruguay einen Bischofssitz. Seit 2014 ist Kardinal Daniel Sturla Bischof in Montevideo und wurde vom damaligen Papst Fransiskus ernannt.

Papaleoncatorce – wie ein Schlachtruf wird der als ein Wort zusammengesetzte Namen von den Journalisten benutzt, wann immer die Sprache auf den bevorstehenden Besuch kommt. Die Krebserkrankung des Papstes brachte kurz Verwirrung in die Vorbereitungen. Aber jetzt ist er unterwegs. Heute Morgen in Rom gestartet, wird er gegen 16.30h am internationalen Flughafen Carrasco von Vertretern der Kirche und der Regierung erwartet. Dann startet für den 71jährigen ein straffes Programm.

Ich möchte nicht mit ihm tauschen!

5.000 Polizisten und 1.700 Militärkräfte sollen rund um den Besuch, der bis zum Sonntagnachmittag dauert, für Sicherheit sorgen.

Seit Wochen sind Sicherheitskräfte des Vatikans im Land und regeln und organisieren alle relevanten Orte und Besuche. Die Spezialisten der schweizer Garde unterstützen und unterweisen die einheimischen Sicherheitskräfte.

Alle öffentlichen Veranstaltungen sind für die Bevölkerung kostenlos. Findige Bewohner entlang der Straßen, in der die Reden, Messen und Besichtigungen stattfinden, haben ihre Fenster und Balkone allerdings für einige hundert Dollar vermietet und versprechen freien Blick auf den Papst.

Für seine dreitägige Tour durch Uruguay steht dem Papst unter anderem das eigens dafür im Land gebaute Papa-Mobil zur Verfügung. Es wurde medienwirksam seit Wochen zusammengeschweißt und wartet nun in strahlendem Weiß auf seinen Einsatz.

Mehr als 15% der uruguayischen Bevölkerung will an mindestens einer Veranstaltung in den nächsten drei Tagen teilnehmen.

Im Fussball-Stadion Centenario im Zentrum von Montevideo sind für den Samstagabend alle 60.000 Eintrittskarten vergeben. Man konnte sich online dafür anmelden und sie wurden aus den Nachfragen ausgelost.

Für die Willkommensfeierlichkeiten am heutigen Freitag auf der Plaza Independencia rechnet man mit bis zu 80.000 Zuschauern.

Zur heiligen Messe in Paysandú am Samstagmorgen werden 50.000 Teilnehmer erwartet. Hier sind auch Besucher aus Brasilien und Argentinien dabei. Alle Unterkünfte in der Region sind seit Wochen ausgebucht.

Am Sonntag gibt es eine Messe in Montevideo und danach ein Abstecher nach Florida, bevor sich der Papst am Nachmittag mit dem Flugzeug auf den Weg nach Buenos Aires macht.

Irgendwelche Ruhezeiten habe ich in dem straffen Stundenplan nicht finden können und ich hoffe, dass der gute Mann wenigstens in der Nacht ein paar Stunden Schlaf findet.

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