Ein Tag – zwei Feste

Nachdem wir am Samstag die Tiere versorgt hatten, machten wir uns auf den Weg. Kurz hinter Valdense, mitten in der Natur, liegt der Campo La Vigna. Umgeben von Feldern, Wiesen und Buschwerk. Es scheint eine alternative Kommune zu sein. Hinter der Einfahrt befinden sich einige verstreute Wohnhäuser, Schaf- und Ziegenställe mit den dazugehörenden Weiden und dazwischen viel Kunst aus rostigem Eisen.

Wie in Uruguay üblich, fehlten wieder jegliche Hinweisschilder. Wer sich nicht auskennt, hat verloren. Wir fragten uns durch. In einer menschenleeren Gegend kein leichtes Unterfangen. Zuerst hielt ich einen vorbeifahrenden Lastwagen an. Der Fahrer war sehr nett, wusste allerdings von nichts. Mein nächstes „Opfer“ war ein PKW, dessen Fahrer mir den entscheidenden Hinweis gab: wir fanden den kleinen Festplatz irgendwo im Nirgendwo. Idyllisch, romantisch und nichts los. Im schönen Garten eines der Häuser waren 6 Stände aufgebaut: Blümchen, Seife, Kerzen, Brot, Käse und unser Bierbrauer mit seinen Fläschchen.

Wir haben ihm etwa ein Viertel seines Vorrates abgekauft. Er hat wohl nicht mit sooo viel Interesse gerechnet.

Am Brotstand haben wir uns auch eingedeckt. Das Brot sah gut aus. Daheim angekommen, haben wir es gleich probiert und enttäuscht festgestellt, dass es keinerlei Salz enthält und eigentlich nach gar nichts schmeckt. Schade!

Danach fuhren wir nach La Paz, nur wenige Kilometer entfernt und eines unserer Lieblingsorte.

Das Wetter war schön, die Sonne strahlte vom fast wolkenlosen Himmel und das Thermometer zeigte 13 Grad. Die Straßen rund um den Festplatz waren schon ziemlich zugeparkt. Viele Besucher waren unterwegs, die Stände verloren sich allerdings auf dem großen Platz unter den schattenspendenden Bäumen! Es gab kaum etwas anzusehen, geschweige denn, zu Essen. Und von wegen: gastronomisches Europa! Neben dem obligatorischen „schweizer Käse“ gab es Käsefondue und einige Meter weiter einen Stand mit Schokolade. Um die Ecke standen die Besucher Schlange und warteten auf ein Schüsselchen Paella und das war’s dann auch schon mit Europa. Nichts deutsches, nichts italienisches, nichts! Wir fanden eine Burgerbude, wo wir einen Hamburger bestellten, denn mittlerweile hatten wir Hunger und die Schlange an der Paella war uns zu lang. Zum Nachtisch gönnten wir uns einen Alfajor, ein typisch uruguayisch/argentinisches Gebäck, über das ich auch mal einen Beitrag schreiben sollte.

Nach dem Essen schlenderten wir noch etwas um das kleine Dorf herum und genossen die Natur.

Alles in allem war es ein schöner uruguayischer Ausflug gewesen. Man darf nicht zu viel erwarten, dann kann man das Gebotene auch genießen. Pünktlich zur Abendroutine waren wir wieder zu Hause und konnten in aller Ruhe unsere Tiere versorgen.

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