
Das neblige, trübe und nieselige Wetter hält an. Seit drei Wochen hat man kaum einmal die Sonne gesehen. Das sind die Uruguayos nicht gewohnt und so ist das Wetter das große Thema, sobald man, beim Einkaufen zum Beispiel, auf Menschen trifft. Die Feuchtigkeit und Kälte kriecht in die Häuser, der fehlende Regen macht allerdings langsam der Landwirtschaft zu schaffen. Die Böden sind trocken, da nutzt der Nebel wenig. Die Flüsse und Bäche führen kaum noch Wasser, die großen Windräder machen Dauerpause und in den Photovoltaikanlagen kommt kein Sonnenstrahl an. Genug Gesprächsstoff ist also vorhanden.

Für uns kein Grund zur Panik. Wir haben genug trockenes Holz und lassen den Holzofen oft von morgens bis abends brennen.

Draußen gibt es genug zu tun. Das Herbstlaub wird jeden Tag zusammengerecht und den Schafen als Zusatzfutter serviert. Die ersten Orangen sind reif, die Mandarinen auch und so können wir täglich den frischen Saft genießen. Die nächsten drei Monate brauchen wir hier nichts dazu zu kaufen.

Auch die Guayabos, eine einheimische Guavenart, ist reif und kann abgeerntet werden. Die Früchte werden für den Vorrat eingefroren.

Wenn es draußen zu nass und ungemütlich ist, findet sich auch drinnen Arbeit. Einmal im Jahr werden die ganzen Bücher entstaubt und die Bibliothek gereinigt. Das braucht mehr als einen Tag Zeit, weil ich immer wieder an einem Buch hängen bleibe, es durchblättere oder eine ganze Regalseite neu sortiere. Es kommen ja immer wieder neue Bücher dazu. Andere werden aussortiert. Die Enkeltochter hat die Begeisterung für Buchwissen von Mutter und Großeltern geerbt und freut sich immer auf Nachschub aus dem riesigen Fundus ihrer Mutter und Tante. So kommen die „alten“ Kinderbücher der Beiden weiterhin in gute Hände. Ich bin froh, dass wir alles aufgehoben haben!