
Vergangenen Sonntag kam bei Sonnenaufgang das zweite Lämmchen zur Welt. Die Mutter hatte sich zur Geburt in den Unterstand der Nachtweide zurückgezogen und schenkte einem großen, schwarzen Mädchen das Leben. Als wir am Morgen die Herde auf die Weide entließen, entdeckten wir allerdings zwei braune Schafe, die sich regelrecht um das gerade geborene Wollknäuel stritten. Jede wollte es ablecken, jede drängte die jeweils andere zur Seite und das Lamm stand völlig verwirrt dazwischen und wusste nicht wohin.
Anhand der Blutspuren erkannten wir die echte Mutter auf den ersten Blick und versuchten mit vereinten Kräften, die falsche Mutter aus dem Unterstand zu drängen. Das war allerdings nicht einfach. Ich schnappte mir letztendlich das Lamm, ging langsam damit auf das Gatter zu, an dem schon Steffen bereit stand, und sah zu, dass die beiden Schafe mir auch folgten. Ich schlüpfte hindurch, die echte Mutter knapp hinterher und dann schloss Steffen schnell das Tor. Die falsche Mutter war ausgesperrt und wir konnten Mutter und Kind in ein kleines Gehege bringen, damit sie sich dort erst mal ausruhen und wir sie versorgen konnten.
Das falsche Mutterschaf wurde auf die Weide geschickt. Sie blökte den ganzen Tag fuchsteufelswild, stampfte mit den Beinen, sobald sie uns sah und hatte sich erst gegen Abend wieder beruhigt.
Die ganze Woche über kam kein weiteres Lamm zur Welt. Erst heute, am Freitagabend, als wir aus dem Haus kamen, um die Abendroutine zu erledigen, bemerkte ich bei den vor dem Tor wartenden Schafen ein gerade geborenes Lamm. Eine braune Mama und ihr weißes Lämmchen.

Wir versorgten erst Hasen, Hühner und die beiden Schafmütter vom letzten Wochenende, bevor wir die große Herde auf die Nachtweide ließen und damit die frischgebackene Mutter von der Herde trennen konnten. Inzwischen war ein weiteres Lämmchen geboren, schwarz, das von einer weißen Schafmutter abgeleckt wurde.

Beide Mütter kümmerten sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Wir brachten sie zusammen in einen Unterstand, wo sie sicher die Nacht verbringen konnten. Beide Lämmer wurden begutachtet und versorgt und bekamen ihre Ohrmarken. Das braune Schaf hat ziemlich viel Wolle. Damit das Lamm gut ans Euter kommt und trinken kann, mussten wir „untenherum“ ziemlich viel Wolle wegschneiden. Dann noch eine kurze Kontrolle, ob die Milch fließt. Dann war sie entlassen und das weiße Schaf kam an die Reihe.
Wie erstaunt waren wir, als wir feststellten, dass Madame gar keine Milch hat und offensichtlich gar nicht geboren hatte! Kein Blut, kein Euter, nichts! Das braune Schaf hatte Zwillinge bekommen und die „Tante“ hat sich nur um das Zweitgeborene gekümmert! Sie ließ sich recht problemlos von der kleinen Familie trennen. Wir bedankten uns für die Hilfe und schickten sie auf die Nachtweide zur Herde. Diesmal völlig ohne Geschrei und Widerstand.
Ist das ein Schwarznasenschaf?
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Nein, leider nicht😊 die Schwarznasenschafe finde ich auch herzallerliebst. Unsere Herde besteht aus bunt zusammengewürfelten 08/15 Schafen. Hier gibt es nicht viel Auswahl. Früher galt: viel Wolle, heute viel Fleisch.
Da kommt dann ab und zu eine bunte Mischung heraus. Wir hatten schon Lämmer, schwarz/weiß gefleckt wie ein Kälbchen.
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Eigentlich auch sehr schön.
Ich glaube auf dem Deich sieht man hier immer noch am meisten weiße Wollschafe.
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Weiße Wolle lässt sich besser verkaufen.
Wir versuchen, vermehrt schwarze/braune zu züchten, weil wir sie schöner finden.
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Ich mag beide leiden…😉
Ob nun schwarze Tupfen auf dem Deich oder schwarze ist doch egal.
Hauptsache die Deichpflege wird weiterhin betrieben.
Ich finde es sehr wichtig.
Die Wolle ist dann doch eh nur Nebenprodukt.
Ok fur den Schäfer vielleicht nicht, aber für die Länder die für die Deiche zuständig sind.
Ok da merkt man das ich Schleswig-Holsteinerin bin.🤪
Und ich komme nicht mal von der Küste sondern aus dem Sachsenwald.
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Wolle ist heute leider nur noch ein Abfallprodukt. Wenn wir unsere Wolle verkauft kriegen, ist der Scherer bezahlt. Damit kann man kein Geschäft mehr machen.
Wie wichtig die Deiche und deren Pflege ist, sehen wir hier! Hier gibt es nämlich gar keine und wenn nach schweren Regenfällen die Flüsse über die Ufer treten, läuft das Wasser zum Teil kilometerweit ins Land. Nun ist ja Uruguay spärlich besiedelt, aber auch hier sind die landwirtschaftlichen Schäden enorm. Mal ganz abgesehen davon, dass tausende Tiere in den Fluten umkommen.
Wir hatten mal Kontakt mit einem Deichschäfer an der Elbe. Schäfer haben in Deutschland leider keine Lobby und werden oft als Tierquäler hingestellt. Immer mehr Schafhalter geben auf. Und fast niemand ist bewusst, was das für die Deiche bedeutet! Auch die schwäbische Alb verliert ihr Gesicht ohne Schafherden, die die Wachholderheiden, für die die Alb berühmt ist, sauber halten. Das ist ein Riesenthema, über das man stundenlang diskutieren könnte.
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Ich weiß,
ich denke immer wir sind so schlau nur das was sich bewährt hat geht immer mehr zurück und so schlau sind wir definitiv nicht.
Deiche und auch Flussauen sind wichtig.
Und sollten erhalten bleiben, was passiert sah man ja 2021 bei der Ahrflut.
Ganz gruselig was da passiert ist und immer noch passiert finde ich.
Die Ahr ist nur ganz klein und wurde plötzlich riesengroß und nahm mit was Sie bekam.
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