
Es ist endlich Frühling geworden, d.h. die Temperaturen sind merklich gestiegen. In der Nacht haben wir immer über 10 Grad, tagsüber 15-20 Grad. Passt!
Allerdings macht sich die Sonne weiterhin sehr rar. Wenn wir sie einmal pro Woche zu Gesicht bekommen, wenn auch nur stundenweise, sind wir froh.
Es regnet, mal mehr, mal weniger, munter weiter und wenn es nicht regnet, nieselt es.

Meinem Gemüse gefällt das außerordentlich gut. Es wächst!

Die wöchentliche Ernte ist enorm. Spinat wird im Waschkorb gesammelt, so viel hatten wir noch nie! An der Artischocke haben sich mittlerweile 6 Knospen gebildet. Die erste davon war erntereif. Und die ersten Erdbeeren konnten wir auch schon ernten.
Der Mangold war ebenfalls ein voller Erfolg. Die bunte Variante konnte ich gestern ernten, die einfache uruguayische wächst im Hochbeet die nächsten zwei bis drei Wochen weiter.
Zum Mittagessen gibt es fast jeden Tag einen frischen Salat aus dem Beet. Den lassen die Ameisen stehen, weil er schnell matschig wird und für die Pilzzucht im Ameisenbau unbrauchbar ist. Ebensowenig mögen sie Spinat und Mangold. Beides enthält Oxalsäure und Bitterstoffe, die die Pilzbrut zerstören. Nur meinen Schnittlauch muss ich energisch verteidigen, der muss ein ganz besonderer Leckerbissen sein!

Unsere Tomaten in den Töpfen haben die Ameisen noch nicht gefunden. Da wachsen 18 Pflänzchen munter vor sich hin, eine erste Blüte ist auch schon da!
Mehrmals täglich machen wir einen Kontrollgang durch den Garten. Das zahlt sich aus! Vor einigen Tagen bemerkte ich die Ameisen in der Eiche, zwei Tage darauf im Aprikosenbaum. Man merkt es an den frischen Blättern auf dem Boden. Die Ameisen schicken einen Blattschneidetrupp in den Baum. Die Blätter werden am Stiel angeknipst und fallen zu Boden. Dort wartet der nächste Trupp, der die Blätter zerkleinert und dem Marschtrupp übergibt. Dann werden die Blattschnipsel über die Ameisenautobahn ins Nest getragen. Oft über mehrere hundert Meter! Wir folgen der gut sichtbaren Straße und geben Gift direkt in den Bau. Die Straße zu unterbrechen, bringt nichts. Da wird ruckzuck eine Umleitung gebaut. Um den Kahlschlag sofort zu stoppen, wird zusätzlich um den Baumstamm herum für die Ameisen giftiges Pulver verteilt.