Ist ja gut gemeint 😏

Sind die Gehwege in Uruguay behindertengerecht? Auf den ersten Blick sieht es fast so aus. Und das sind auch die Fotos, die in den Prospekten gezeigt werden: alle Gehwege im Land sind abgesenkt, damit man ohne Hindernis die Straße ĂŒberqueren kann. Das ist tatsĂ€chlich so!

Was nicht gezeigt oder erwÀhnt wird, sieht man auf den folgenden Fotos:

Steffen ist gut zu Fuss und kann um die fehlenden Platten herumlaufen.

Das ist ein Gehweg mitten in Colonia und hinter der weißen, naja, nicht mehr ganz weißen Mauer, befindet sich eine Schule! Hier ist nichts mehr mit drumherumlaufen. Das wird selbst fĂŒr sportliche Zeitgenossen zum Hindernislauf, weil man nicht nur die ganzen Unebenheiten meistern muss, sondern auch die darin drapierten Hinterlassenschaften der Hunde, Glasscherben und sonstiges Allerlei. Da wĂŒnscht man sich die schwĂ€bische Kehrwoche!

Rollstuhlgerecht ist das nicht, da helfen auch keine schön angemalten Wegabsenkungen, wenn man drei Meter weiter mit den Reifen steckenbleibt.

Überall sieht es natĂŒrlich nicht so schlimm aus, aber mit einem bequemen Gehweg, den man gefahrlos nutzen kann, darf man auch nicht rechnen. Stolperfallen lauern immer. Sei es in Form von Schlaglöchern, Baumwurzeln, fehlenden Gehwegplatten und den unangenehmen Tretmienen der Hunde. Hundebesitzer mĂŒssen die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entfernen! Es hĂ€lt sich nur kaum jemand daran. Und wenn ein Hund alleine unterwegs ist, spielt das eh keine Rolle.

In kleineren StĂ€dten und Dörfern gibt es oft gar keine Gehwege, nur ausgetretene Trampelpfade im GrĂŒnstreifen am Rand der Straße. Die sind, wenn es trocken ist, begehbar. Nach einem Regen werden sie zur Rutschpartie und man muss auf die Straße ausweichen. Aus all diesen GrĂŒnden sieht man in Uruguay kaum Rollstuhlfahrer oder MĂŒtter mit Kinderwagen. Auch alte Menschen mit Gehstock haben ihre liebe MĂŒhe voranzukommen und bleiben deshalb lieber zu Hause.

Hin und wieder wird mal ein TeilstĂŒck der Gehwege repariert. Aber im Großen und Ganzen macht es keinen Spaß, im urbanen Gebiet zu Fuß unterwegs zu sein.

Auch mit dem Auto fĂ€hrt man mehr um die Schlaglöcher herum als gemĂŒtlich gerade aus. An der KĂŒste und den großen Rutas, die das Land wie ein Spinnennetz durchziehen, kann man mit einer durchgehenden Asphaltdecke rechnen. Allerdings auch mit Mautstellen. Insgesamt sind aber nur etwas ĂŒber 10% aller Straßen in Uruguay ĂŒberhaupt asphaltiert.

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