Weihnachtsstern

Frühsommerliche Temperaturen lockten auch uns aus dem Campo. Wir ließen die Arbeit Arbeit sein und machten einen Ausflug nach Colonia. Das Auto funktioniert wieder, der Kühler hat sich die Fahrt über nicht gemeldet.

Es war einiges los in dem Städtchen. Sonnige 18 Grad, der letzte Ferientag und Dia del Papa Vatertag! Man gewöhnt sich in Uruguay recht schnell daran, dass man auch am Sonntag einen gemütlichen Einkaufsbummel machen kann. Schlossen früher die Geschäfte am Sonntag spätestens um 13 Uhr, sind sie mittlerweile bis um 19 Uhr geöffnet. Der Tourismusbeauftragte beklagt sinkende Besucherzahlen. Wahrscheinlich versucht man nun mit den langen Öffnungszeiten am Sonntag den fehlenden Konsum anzukurbeln. Die Straßen waren belebt, viele Familien mit Kindern waren unterwegs. Allerdings nur zum Schaufensterbummel, die Geschäfte selbst waren erschreckend leer und auch um die Mittagszeit fand man, wenn man denn mochte, ausreichend Platz in den Restaurants.

Wir nutzen den Tag zum Bummeln und Einkaufen, soviel Gelegenheiten haben wir dazu nicht und das Angebot in Colonia ist doch größer als in Tarariras.

Am ehemaligen Handwerkermarkt, der leider auch schon seit Jahren der Vergangenheit angehört, wächst ein 5-6 Meter hoher Weihnachtsstern. Eine wunderschöne Pflanze!

Der Weihnachtsstern gehört zu den Wolfsmilchgewächsen und kommt aus Mittelamerika. Normalerweise blüht er von November bis Dezember und wurde schon von den Azteken als Arzneimittel und für Riten der Sommersonnenwende genutzt. Europäische Einwanderer flochten ihn in die christliche Weihnachtszeit ein und brachten ihn mit nach Europa, wo er sich in der Advents- und Weihnachtszeit noch heute großer Beliebtheit erfreut.

Das, was wir als rote Blüte wahrnehmen, sind in Wirklichkeit nur die Hochblätter. Die eigentlichen Blüten sind die kleinen gelben Knubbel in der Mitte der Scheinblüte.

Der Weihnachtsstern, den wir gestern gut geschützt an eine Hauswand gelehnt fanden, hat sich etwas in der Jahreszeit geirrt. Es ist mehr als wunderlich, dass er die tiefen Temperaturen in der letzten Woche unbeschadet überstanden hat!

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