Die neue Cédula – Aufenthaltsrecht um weitere drei Jahre verlängert

In zwei Wochen wäre unsere Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen. Also machten wir uns am vergangenen Donnerstag auf den Weg nach Colonia zur Einwanderungsbehörde.

Eine Woche vorher hatten wir in der dortigen Gärtnerei eine Bestellung aufgegeben, die wir, wenn wir schon mal hier sind, vorher abholen wollten. Englische Duftrosen, noch drei Eukalyptusbäume und Ringelblumen waren gerichtet und bereit zum Mitnehmen. Die Zahlung gestaltete sich dann allerdings als unüberwindbares Hindernis. Es war, auch nach mehrmaligem Versuch, keine Kartenzahlung möglich. Das Internet funktioniere schon die ganze Woche sehr schlecht, wurde uns erklärt. Bargeld hatten wir keines dabei und die Pflanzen waren schon im Auto verstaut. Wir kennen die Besitzerin schon seit Jahren und haben ein freundschaftliches Verhältnis.

Da Banküberweisungen unterschiedlicher Institute in Uruguay horrend teuer sind, blieb noch die Bezahlung über eines der beiden Bezahldienste „abitab“ und „redpagos“. Hier können Einzahlungen und Überweisungen außerhalb von Bankkonten getätigt werden. Mittlerweile hat fast jeder Bürger ein Bankkonto. Vor einigen Jahren war das noch nicht so und alle Zahlungen innerhalb Uruguays wurden über diese beiden Institute abgewickelt.

Wir fuhren also ins Zentrum von Colonia. Das Vertrauen der guten Frau rührte uns sehr!

Abitab war für den vorgesehenen Empfänger des Geldes nicht zuständig, wir wurden zu redpagos geschickt. Die Angestellte tippte alles in den Computer, dann erfuhren wir: nein, Kartenzahlung geht nicht, es wird nur Bargeld akzeptiert. Also machten wir uns auf den Weg zur Bank, holten dort das Geld aus dem Automaten und konnten dann endlich unsere Rechnung begleichen.

In der Einwanderungsbehörde waren wir die Einzigen. Colonia hat nur eine kleine Zweigstelle, hier ist nie viel los. Unser Antrag wurde sogleich bearbeitet. Per Computer wurden wir „durchgecheckt“ . Es lagen keine Straftaten vor, es gab keine Strafzettel oder offene Rechnungen, wir haben an einer Wahl und vor allem an der Volkszählung teilgenommen. Wir waren brave Bürger gewesen! Alles gut; Verlängerung genehmigt!

Danach ging es zur Dienststelle der civilen Identifikation, hier werden die neuen Ausweise gedruckt und auch gleich ausgegeben. Auch hier war heute nichts los und wir kamen gleich an die Reihe. Fingerabdrücke, Passbild, elektronische Unterschrift und ein paar Fragen zur Identität. Die Damen am Computer sind fix und es geht alles sehr schnell.

Ich bekam meine Cédula heute nicht, es fehlte die Heiratsurkunde. Die hatten wir vor drei Jahren nicht gebraucht. Ist ja auch alles im Computer gespeichert. Aber gut! Ich habe nur einen Geburts-Nachnamen und nach der Heirat auch nur einen Nachnamen, den meines Mannes. Das versteht der uruguayische Computer nicht, in Uruguay hat jeder einen Doppelnamen. Es gibt eigentlich immer etwas Durcheinander, der sich aber bisher einfach lösen ließ. Nun, heute halt nicht. Morgen werden wir also wiederkommen, mit der Heiratsurkunde.

Bei Steffen gab es noch nie Probleme, er heißt so, wie er heißt!

Beim Ausstellen seines Ausweises gab es allerdings dann doch Probleme. Dreimal kam der Ausweis fertig gedruckt aus dem Automaten, drei mal wurde er gelocht und verworfen. Also drei mal: Fingerabdrücke, Foto und Unterschrift. Nach einer knappen Stunde konnte dann wenigstens Steffen die Behörde mit einem neuen Ausweis verlassen.

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