Wenn dem Uruguayo der Mate-Tee nicht mehr schmeckt……

……..dann ist die Situation dramatisch!

Es wird tatsächlich langsam dramatisch und die zuständigen Politiker reagieren zunehmend panisch!

Das Trinkwasser in Montevideo ist „für gesunde Menschen trinkbar“, so die Aussage der Gesundheitsministerin am Abend. Wenn man Geruch und Geschmack außer Acht lässt! Tee, Kaffee und Kindernahrung lässt sich damit nicht mehr machen!

Was ist passiert?

Seit Monaten leidet ganz Uruguay unter extremem Wassermangel, der bisher „nur“ die Landbevölkerung betroffen hat. Jetzt wird auch in Montevideo das Trinkwasser knapp! In der Stadt wohnen 1,5 Mill. Menschen!

Das Trinkwasser wird zunehmend salziger, der Salzgehalt hat die zulässige Höchstgrenze längst um das doppelte übersprungen. Das Salz wird nicht, wie wir anfangs dachten, zugesetzt, sondern kommt so aus den Quellen, die die Stadt mit dem lebensnotwendigen Nass versorgen. Kurz hinter Montevideo beginnt der Atlantik. Das Wasser hier im Rio de la Plata ist kein reines Süßwasser mehr. Wenn Wind und Wellen auf die Küste treffen, mischt sich das salzige Wasser des Atlantiks mit dem Flusswasser.

Es ist eine logistische Mammut-Aufgabe, Trinkwasser in Kanistern in die Stadt zu schaffen. Die Geschäfte können den Bedarf kaum so schnell bestellen, wie es verkauft wird. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Plastikbehälter knapp werden, sie sind nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt. Krankenhäuser, Schulen und Ärzte schlagen Alarm. Säuglinge, Schwangere und kranke Patienten bekommen Rezepte für den kostenlosen Bezug von Trinkwasser. Bäckereien sind auf frisches Wasser in Flaschen angewiesen, da mit dem Wasser aus der Leitung kein Brot zu backen ist.

Die Bürgermeisterin von Montevideo hat die Bevölkerung aus dem Umland gebeten, sich zu melden, wenn sie noch einen sprudelnden Brunnen besitzen. Alles wird angezapft, was halbwegs trinkbar ist.

Jetzt rächt sich die monatelange Tatenlosigkeit der verantwortlichen Politiker. Däumchen drehen und auf den nächsten Regen warten, war die falsche Strategie! Laut Wetterdienst sind in den nächsten zwei Monaten keine ausreichenden Regenmengen zu erwarten. El niño lässt weiter auf sich warten.

Mittlerweile erleben wir die schlimmste Dürre seit über 100 Jahren.

5 Gedanken zu “Wenn dem Uruguayo der Mate-Tee nicht mehr schmeckt……

  1. Man kann das gar nicht mehr lesen, ohne das sich die Nackenhaare sträuben. Ohne Eure Beiträge wüßte ich kaum Bescheid, was sich da abspielt. Hier kommen kaum Nachrichten dazu an. In Gedanken bin ich aber bei Euch und hoffe auf Regen.
    LG Jürgen

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    1. Hallo Jürgen
      Ja, Südamerika ist in den deutschen Nachrichten kein Thema wert. Aber ich glaube, auch in vielen Regionen von Afrika sieht es ähnlich oder noch viel schlimmer aus. Aber man kann nicht von allem berichten und muss Prioritäten setzen.
      Ich versuche in meinen Berichten die Realität darzustellen und nicht, wie auf vielen Auswandererkanälen in diversen Netzwerken, nur Friede-Freude-Eierkuchen zu erzählen, um immer mehr ahnungslose Einwanderer herzulocken. Wenn die abgezockt sind, gehen sie, schockiert über die wahren Begebenheiten, wieder zurück.
      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende 👋 Gabi

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      1. Hallo Gabi.
        Man steht dem Ratlos und mit Entsetzen gegenüber, ohne enwas unternehmen zu können. Ich kann Euch nur wünschen durchzuhalten und auf besseres Wetter zu hoffen.
        LG Jürgen

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      2. Ja, auch in der FAZ erschien ein ähnlicher Artikel.
        Nur: Autowaschen ist schon seit Wochen unter Strafe verboten und die Anwohner beschweren sich seit Monaten über kaputte Leitungen, wo tausende Liter Wasser pro Stunde die Straße runterrauschen. Schön, dass die Bürgermeisterin das nun auch bemerkt hat!
        Wir sind heilfroh, dass wir weit, weit draußen wohnen und noch gutes, eigenes Trinkwasser haben!

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