…… und wie es dazu kam :
Coronabedingt mussten auch wir die letzten zwei Jahre auf eine Deutschlandreise verzichten. Die Flüge waren für Mai 2020 gebucht und wurden seitdem immer wieder verschoben. Nach einigem Hin und Her sollte es dann Mitte Oktober endlich losgehen!
Die Tiere und unser Campo stellten uns aber dann vor ein weiteres Problem: wir haben niemanden, der zuverlässig genug ist und dem wir die Arbeit beruhigt anvertrauen können. Also beschlossen wir, einzeln zu verreisen, damit immer einer Zuhause ist und sich um alles kümmern kann. Jetzt im Spätfrühling ist es schon ziemlich heiß und in diesem Jahr auch ungewöhnlich trocken. Neben den drei Stunden täglich, die wir für die Tiere aufwenden müssen, kommen über vier Stunden Park-Gießen dazu. Mindestens 7 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche! Das können wir keiner fremden Person überlassen.
Also flog ich Mitte Oktober alleine nach Deutschland und Steffen hütete in der Zeit Haus und Hof.
Die Vorbereitungen für die Reise waren enorm. Als dritte Impfung bekamen wir vor einigen Wochen den in Deutschland anerkannten Wirkstoff von Pfizer/Biontech verpasst, sodass ich mich in Deutschland frei bewegen und auch problemlos in den Hotels einchecken konnte, ohne mich ständig testen lassen zu müssen. Für die Einreise war allerdings ein PCR-Test nötig, der vor dem Abflug am Flughafen in Montevideo gemacht wurde. Mein allererster Test überhaupt!
Den Aufenthalt in Deutschland begleitete herrlichstes Herbstwetter mit viel Sonnenschein und buntem Laub.
Für die Heimreise nach Uruguay benötigte ich wieder einen PCR-Test und eine „declaración de salud“, eine Gesundheitserklärung, die ich in spanischer Sprache in einer App im Handy am Check-in Schalter in Frankfurt ausfüllen musste, weil ich von dessen Notwendigkeit erst beim einchecken erfuhr. ( ich dachte, die kann ich kurz vor der Einreise in Montevideo ausfüllen ) Schweißgebadet war ich eine halbe Stunde beschäftigt!!
Diese „declaración de salud“ ist für die Einreise nach Uruguay zwingend notwendig. Neben der persönlichen, gesundheitlichen Verfassung muss sichergestellt werden, wo man krankenversichert ist und dass gegebenenfalls die Kosten für eine Corona-Erkrankung auch übernommen werden. Diese Angaben waren für mich nun kein Problem, da ich in Uruguay versichert bin. Allerdings hatte ich in Frankfurt weder Adresse noch Telefonnummer und weitere Informationen zur Versicherung zur Hand! Irgendwie gelang es mir dann doch, den ellenlangen Fragebogen vollständig auszufüllen. Alles wurde eingescannt und ich durfte nach Hause fliegen, nachdem ich einen ganzen Nachmittag am Flughafen in Frankfurt verbracht hatte. Stundenlanges Warten hatte ich eingeplant, am Check-In-Schalter ebenso wie bei der Sicherheitskontrolle und zu guter Letzt passte mich dann kurz vorm Gate auch noch ein Zollbeamter ab, der sich brennend für den Inhalt meines Geldbeutels und eventueller weiterer Bargeldbestände interessierte – allgemeine Zollkontrolle: ihr Handgepäck bitte !!!
Die ganze Zettelwirtschaft und Deklaration der Coronabürokratie hat mich unheimlich gestresst, ich hatte immer die Angst im Nacken, nur keinen Nachweis zu verlieren oder zu vergessen. Beim Zwischenstopp in São Paulo, Brasilien, das gleiche Spiel. Dort kam noch die Sprachbarriere dazu. Englisch wird dort kaum gesprochen, Portugiesisch ist mir nicht geläufig und so schlug ich mich mit Spanisch durch, das dort viele verstehen aber nicht sprechen. Aufgrund der geringen Auslastung des Flughafens herrschte zwar öde Leere, aber auch ein heilloses Durcheinander, weil die Anzeigetafeln nicht funktionierten ( von wo fliegt eigentlich mein Flugzeug ab ? 🤔 ) und es unaufhörlich von der Decke tropfte. Das undichte Dach ließ den Regen durch und man musste höllisch aufpassen, um nicht in den Wasserlachen auszurutschen.
Bis 31.Oktober war nach der Einreise in Uruguay eine vierzehntägige Quarantäne Pflicht. Einreisen durften bis dahin nur Einheimische und Personen mit einer Daueraufenthaltsgenehmigung. Seit 1.November dürfen auch Touristen einreisen. Die müssen allerdings mindestens zwei Mal geimpft sein, einen aktuellen PCR-Test und besagte declaración de salud vorweisen. Und die Quarantäne fällt weg!!!
So verbringe ich nun meine Quarantäne zu Hause, was bei 22 Ha „Auslauf“ nicht sonderlich belastend ist 😁. Steffen hat mir die Vorräte aufgefüllt und ist zwei Tage nach meiner Rückkehr selbst nach Deutschland geflogen. Wenn er nächste Woche wieder heim kommt, entfällt für ihn die Quarantäne und wir können uns wieder frei bewegen. Das heißt vor allen Dingen erst mal Einkaufen gehen! Danach werden wir uns auf unser Grundstück zurückziehen. Die uruguayische Bevölkerung ist zu über 80% geimpft, durch die Öffnung der Grenzen steigen aber die Infiziertenzahlen wieder ganz langsam an. Wir werden also erst mal abwarten und genau beobachten, was die nächsten Wochen so bringen.