Wir haben es geschafft !!!!
Wie in jedem Jahr sind wir auch dieses Mal froh, es hinter uns zu haben! Die Schur bedeutet nicht nur für uns viel Vorbereitung und Stress, auch für die Schafe ist es eine enorme Belastung.

Um den Stress für die Tiere so gering wie möglich zu halten, haben wir über die Jahre für uns ein spezielles System erarbeitet, welches nicht unbedingt dem uruguayischem Standart entspricht. Und wenn der Scherer mitmacht, klappt alles reibungslos. Wir haben wieder den Schermann vom letzten Jahr engagiert, die Zusammenarbeit hatte gut geklappt.
Entgegen dem uruguayischen Ablauf werden bei uns zuerst die Böcke geschoren. Da fast jeder Bock ein eigenes Gehege hat und nach getaner Arbeit auch wieder dorthin zurück muß, ohne mit den weiblichen Schafen zusammen zu kommen, erfordert das einiges logistisches Geschick. Die Böcke sind unsere Lieblinge, allesamt sehr anhänglich, verschmust und sensibel. Deshalb kommen sie zuerst an die Reihe, ohne lange Wartezeit werden sie geschoren, geimpft und gebadet, dann geht es wieder zurück auf die Weide und sie können sich erholen. Für unser Karlchen war es die erste Schur. Er hatte Angst und war ganz apathisch. Bei ihm verzichteten wir auf den obligatorischen Schubs ins kalte Wasser. Er wurde mit der Gießkanne ordentlich nass gemacht. Er hat in den vergangenen Wochen schon ordentlich zugenommen, ist aber immer noch ein Sensibelchen und jetzt nach der Schur sieht er aus wie ein gerupftes Hühnchen.

Unsere Schafdamen sind da robuster. Sie wurden in kleinen Gruppen zu je 10-12 Tieren von der Weide geholt. Die Lämmer durften mitkommen, die Wartezeit war kurz. Geschoren, geimpft, gebadet und Tschüss! Das lief wie am Fließband. Auch die Lämmer schwammen problemlos durch die Desinfektionsbrühe, schüttelten sich und sprangen auf die Weide.
Die ersten sieben Tiere wurden mit der Maschine geschoren. Dann gab diese gewohnheitsmäßig den Geist auf. Der Maschinenpark hier ist und bleibt marode!!!!
Die restlichen 62 Schafe wurden dann per Hand mit der Schere geschoren. Unser Mitleid für den Schermann hielt sich in Grenzen, das hatten wir eher mit den Schafen!
Nach zwei Tagen war die diesjährige Schur geschafft. Alles hat reibungslos geklappt, das Wetter spielte mit, wir sind zufrieden!
