Jetzt im Frühling sind wieder unzählige Bienenschwärme unterwegs und suchen sich ein neues Zuhause. Das ist nicht ganz ungefährlich. Man muss aufpassen, dass man nicht in solch eine Wolke aus tausenden von aufgeregten Bienen gerät.

Vor einigen Tagen wurde ich beim Unkrautrupfen von einem Schwarm überrascht. Ich habe ihn aber schon von weiten kommen gehört und konnte mich in Sicherheit bringen. Sie sammelten sich am dicken Stamm des Ombu-Baumes und blieben dort erst einmal kleben. Die nähere Umgebung war für uns nun tabu. Wir hofften, dass sie am nächsten Tag wieder verschwinden würden.
Das war nicht der Fall. Der erste Schwarm war wohl nur die Vorhut. In den folgenden Tagen kamen immer mehr Bienen dazu und die dicke Traube, die am Stamm klebte, wurde größer und größer. Nach vier Tagen fing es dann an zu regnen und wir dachten, dass sich die ganze Sippe nun endlich auf den Weiterflug machte. Der Regen störte sie indes nicht. Die äußeren Bienen formierten sich dachziegelartig um das ganze Gebilde, sodass das Regenwasser einfach ablaufen konnte. Es war interessant, das Ganze zu beobachten.

Nach weiteren zwei Tagen kam dann endlich Bewegung in die starre Masse, sie löste sich nach und nach in eine riesige, laut summende Wolke auf. „ Und Tschüss“, dachten wir erleichtert und schauten dem Aufbruch aus sicherer Entfernung zu.
Der Flug dauerte nicht lange. Keine 20 Meter weiter sammelten sie sich am zweiten Ombu-Baum, der bei uns im Park steht, nur wenige Meter von der Eingangstür des Hauses entfernt! Hier hatten sie eine Aushöhlung entdeckt und zogen dort ein. Den ganzen Nachmittag waren sie mit dem Einzug beschäftigt und summten aufgeregt umher. Gegen Abend wurde es dann ruhiger. Die Bienchen hatten sich gemütlich eingerichtet. Bis zum Herbst werden sie unsere unmittelbaren Nachbarn sein. Unser blühender Park ist ein Schlaraffenland für die Insekten.