Corona-Update

Im letzten Jahr feierte die Weltpresse Uruguay für sein vorbildliches Vorgehen in der Corona-Pandemie. Es gab kaum Infizierte und noch weniger Tote zu beklagen. Monatelang hielt dieser Zustand an. Dann kam Ende des Jahres die Wende. Die Zahlen stiegen und stiegen, bis vor einigen Wochen Uruguay wieder einen Rekord einfuhr, diesmal im negativen Sinne. Plötzlich führte das kleine Land die internationale Liste der Inzidenzen, hatte mehr Infizierte pro 100 000 Einwohner als beispielsweise Brasilien oder Indien. Auch die Zahl der an Corona Verstorbenen stieg rasant an.

Während die Regierung weiterhin versucht, Ruhe zu bewahren, schlagen die Krankenhäuser Alarm, die Intensivstationen kommen an ihre Grenzen. Ruhig und geordnet wird weiter ausgebaut, Beatmungsgeräte und Intensivbetten bestellt. Argentinien lieferte eine große Menge und auch aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und aus Israel kamen Flugzeugladungen mit medizinischem Gerät.

Derweil gehen die Impfungen zügig weiter, auch hier glänzt Uruguay im internationalen Ranking auf den vorderen Plätzen. Die zweite große Welle scheint überwunden, die sehr hohen Infiziertenzahlen sinken kontinuierlich. Seit Montag haben die ersten Schulen wieder geöffnet. Die Landschulen draußen in der Pampa, die nur von einem Lehrer in einer Klasse betreut werden, sind die ersten, die den Unterricht wieder aufnehmen. Da gibt es Mini-Schulen mit nur vier, fünf Kindern, die in verschiedenen Klassenstufen von einer Maestra betreut werden.

Die Schulen in den Dörfern und Städten werden schrittweise geöffnet, ein Großteil des Unterrichts findet noch online statt, jede Schülerin/ Schüler hat ein einfaches Laptop gestellt bekommen.

Theater, Museen und Sportanlagen sind weiterhin geschlossen, die Frist wurde auf Ende Mai verlängert. Und auch die Grenzen sind weiterhin dicht, einreisen darf nur der, der einen wichtigen Grund vorgeben kann, Tourismus gehört nicht dazu.

Da es keine Sozialhilfe in Form von Geldzuwendungen gibt, sind viele Vereine, private und staatliche Verbände, weiterhin fleißig am Verteilen von Nahrungsmittelpaketen, die einmal wöchentlich an die Bedürftigen ausgegeben werden. Auch die Suppenküchen sind gefragt und ausgelastet.

Die Lage ist weiterhin ernst aber nicht bedrohlich und auch die Bevölkerung bleibt ruhig und gelassen. Wir sind inzwischen das zweite Mal geimpft. Wir werden einen Code oder eine App auf das Handy bekommen, der die Impfungen belegt und der, hoffentlich, auch international lesbar ist und anerkannt wird.

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