
Im Rahmen der Selbstversorgung haben wir beschlossen, uns auf Obst und Gemüse zu beschränken.
Als wir noch keine Tiere hatten, war es leicht, nein eher leichtsinnig, zu sagen, wir leben als Selbstversorger auch von unseren Tieren. Davon haben wir ganz schnell Abstand genommen. Wir bringen es nicht übers Herz, auch nur eines unserer Lieblinge zu schlachten.
Das Fleischangebot beim Metzger erfüllt voll und ganz unsere Erwartungen. Bleiben wir also dabei und lassen unsere Tiere ein ruhiges Leben leben. Vegetarier werden wir deshalb noch lange nicht. Ein ordentliches Stück Fleisch wissen wir durchaus zu schätzen. 😋
Wir haben den Gemüsegarten im Vergleich zur Größe im letzten Jahr nun fast verdoppelt und eingezäunt, um gierige Mitesser fernzuhalten. Lauch, Radieschen und Mangold wachsen hier auch im Winter sehr gut, unsere Nachbarin steht uns da mit ihrem reichen Erfahrungsschatz zur Seite.
Wir tauschen Pflanzen und Rezepte aus. Die deutsche Küche ist Ihnen völlig unbekannt. Alle vier bis sechs Wochen treffen wir uns zu einen gemütlichen und gepflegten Essen. Bei gutem Wein und Kerzenschein wird abwechselnd die jeweils andere Küche vorgestellt. Klöße, Spätzle und Braten mit Soße bieten immer einen Rahmen für interessante Gepräche. Und obwohl unsere Nachbarn aus Argentinien kommen, steht bei Ihnen das große Grillen nicht im Vordergrund. Kann man mal machen, ist die Meinung von Alberto. Aber eigentlich findet er es furchtbar langweilig, stundenlang am Grill zu stehen. Glücklicherweise bevorzugen die beiden eine abwechslungsreiche Küche mit viel Gemüse. Fleisch kann dabei sein, muß aber nicht. Das kommt uns sehr entgegen.
Unser neuer Gemüsegarten wird, auch wenn er eine ordentliche Größe erreicht hat, nicht vollständig zu unserer Versorgung beitragen. Dazu müßte er wahrscheinlich zehn mal so groß sein, und dann würde uns die Arbeit darin auffressen. Unser wöchentlicher Bedarf an Obst und Gemüse schwankt zwischen 15 und 20 kg. Das ist eine enorme Menge und lässt sich nur schwer selbst erarbeiten. Das Angebot in den hiesigen Obst- und Gemüseläden ist aber so gut und günstig, daß wir nicht alles selbst anbauen müssen. Zur Abwechslung, und weil es einfach Spaß macht, Selbstgepflanztes zu ernten, buddeln und graben wir gerne im Gärtchen, auch für frische Kräuter und Salat rund ums Jahr ist er geschickt, mehr soll es nicht sein. Daß unsere vierbeinigen Freunde dabei auch ihren Anteil abbekommen, versteht sich von selbst.