Rosenmontag : Die Narren sind unterwegs

img_1446img_1449Allerdings hatten unsere Narren vier bzw. sechs  Beine !

Montag war hier Feiertag und nachdem wir das vergangene Wochenende ordentlich geschuftet hatten, wollten auch wir diesen Tag in Ruhe genießen und einen Ausflug machen. Aber man weiß am Morgen nie, was der Tag so bringt und so nahm kurz nach Sonnenaufgang das Unheil seinen Lauf.

Schon während des Frühstücks spielten einige Pferde verrückt. Wir hatten einen Hengst plus Stute und Fohlen auf der Nordweide separat von den anderen Pferden. Der Hengst fand einen Weg auf die für ihn verbotene Weide, die an die Südweide grenzt, wo an die 15 Stuten mit ihren Fohlen und einigen Wallachen untergebracht sind. Der Hengst gebärdete sich wie wild, was einigen der halbwüchsigen Fohlen schwer imponiert haben mußte. Drei von ihnen überwanden den Zaun, um auf die Weide zum Hengst zu kommen. Den Stuten passte das natürlich gar nicht, sie versuchten hinterher zu kommen; klappte allerdings nicht, weil sie nicht durch den Zaun kamen und wieherten darauf hin wie irre hinter ihren  Fohlen her. Eine Stute schaffte es dann doch auf die andere Seite, indem sie den Draht einfach niedertrampelte und wurde vom Hengst sofort in Empfang genommen. Es entstand ein riesiger Tumult mit stampfenden Hufen und  galoppierenden Pferden. Das Gewieher war gewaltig und wir waren mit der Situation etwas überfordert. Der Zaun war zerstört und wir hatten etwas Furcht, daß auch der Rest der Pferde die Gelegenheit beim Schopf ergriff und sich davon machte. Steffen rief Gastón an ( seine Pferde, seine Verantwortung ) während ich die Herde Richtung Fluß scheuchte, weit weg vom Zaun, um erst einmal Ruhe zu haben. Inzwischen hatte sich der Hengst abreagiert und wieder beruhigt, so daß auch von dieser Seite vorerst keine Gefahr mehr ausging.

Nach dem etwas verspäteten Frühstück wollte Steffen noch einige Dinge am Computer erledigen. Den Ausflug hatten wir gestrichen. Gastón konnte  erst am Nachmittag kommen, da er noch unterwegs war und wir wollten die Pferde ohne Umzäunung nicht alleine lassen. Nicht auszudenken, wenn sie sich in unserer Abwesenheit über das ganze Grundstück verteilt hätten!

Mit einem Buch in der Hand machte ich es mir auf dem Sofa bequem. Da hörte ich ein Summen. Mit der Fliegenklatsche erledigte ich kurzerhand die Biene, darauf hoffend, daß jetzt endlich Ruhe einkehrt. Nach und nach waren plötzlich immer mehr Bienen da und ich hatte keine Ahnung, wie sie ins Haus gekommen waren. Die Türen waren zu und die Fenster haben alle Fliegengitter. Auch bei Steffen in der Bibliothek summte es jetzt, im Schlafzimmer und im Bad ebenso. Ich kam mit der Fliegenklatsche nicht mehr nach und Steffen suchte mittlerweile fieberhaft nach der Eintrittspforte irgendwo oben im Dach. Als er nach draußen ging, um die Leiter zu holen, bemerkte er  die Katastrophe: rund ums Haus summte es. Wir waren einkesselt von einem Bienenschwarm, der sich ausgerechnet unser Haus als neues Zuhause ausgesucht hatte. Da half auch keine Fliegenklatsche oder Insektenspray. Kurzerhand machten wir Feuer im Kamin und warfen alles rein, was qualmte: feuchte Äste, Rasenschnitt, Papier und vieles mehr. Auch draußen in der Feuerschale wurde Feuer gemacht und bald war im und um das Haus alles in weißen, dicken Qualm gehüllt. Es dauerte noch  etwa eine halbe Stunde, während der wir immer bemüht waren, das qualmende Feuer am brennen zu halten, bis sich die Bienen endlich zurück zogen.

Feuer, Qualm, 35 Grad Außentemperatur. Schweißgebadet saßen wir da, nachdem nach drei Stunden auch das letzte Summen verstummt war. Der Fußboden im Haus war übersät mit unzähligen toten und noch zuckenden Bienenkörpern. Wieder eine Herausforderung gemeistert. Mit einem Glas eiskaltem Sprudel stießen wir auf unseren Erfolg an.

Nach den Aufräumarbeiten traf dann auch ein gutgelaunter Gaston ein. Wir, noch fix und fertig vom gerade erlebten, erzählten ihm alles und er schüttelte nur lachend den Kopf. Die Pferde grasten friedlich auf der Weide, von Chaos keine Spur. Ja, ja, die Deutschen!!! Er reparierte die kaputten Zäune, schickte die Fohlen und ihre Mütter wieder auf ihre Weide und band den Henst an einen Baum. Gestern bekam er ein neues Zuhause, weit weg von den Stuten, damit er kein Unheil mehr anrichten kann.

3 Gedanken zu “Rosenmontag : Die Narren sind unterwegs

  1. Das war ja eher ein “ Aschermontag “
    und weniger rosig. ! Aber zum Glück ohne Bienenstiche!!! Ich wünsche euch gute Erholung! !! Gruß Conny

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  2. Hallo bei euch geht es ja rund. Wer weiss was den Bienen bei euch so gefallen hat und wenn sie dann denken es ist ihr Haus…oh..oh…oh…aber gut reagiert.
    Ich sehe auf dem Foto, Steffen geht es wieder besser. Ich freue mich für ihn.
    Viele Grüsse von Martina

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