
Ja, auch das gibt es in Uruguay und das tut soooo gut!
Wir kommen uns vor wie im brasilianischen Regenwald. Nieselregen, Nebel und angenehme Temperaturen um die 20 Grad.
Dem Gras kann man beim Wachsen zusehen und unsere Schafe murren, weil wir ihnen das leckere Zusatzfutter gestrichen haben. Hafer und Pellets gehörten die letzten Wochen zur Ernährung ganz selbstverständlich dazu, sind aber nicht nötig, wenn genügend Gras und Kräuter zur Verfügung stehen. Das Grünzeug wächst ganz umsonst, das Trockenfutter kostet einen Haufen Geld!

Das nasse Wetter wird in Uruguay gefürchtet, weil es viel Feuchtigkeit ins Haus bringt. Bettzeug und Kleidung schimmeln leicht, wenn man nicht aufpasst. Die nicht isolierten Häuser bieten kaum Schutz.
Unser Haus besteht aus einfachen Ziegeln, die außen gegen Nässe gestrichen, innen aber nicht verputzt, sondern nur einfach überstrichen sind. Das ist nicht jedermanns Geschmack, bietet aber gegen die Feuchtigkeit hervorragenden Schutz. Die Ziegel nehmen viel Wasser aus der Luft auf und geben es bei Bedarf, wenn die Luft sehr trocken ist, wieder ab.
Die Decke ist sehr hoch. Eigentlich könnte man fast noch ein Stockwerk einziehen. Oben befindet sich eine Holzverkleidung, die zusätzlich für einen Feuchtigkeitsaustausch sorgt.
Wir haben keine Klimaanlage, die bei Dauerbetrieb locker 200-400 Dollar im Monat verschlingt, sondern altmodische Ventilatoren an der Decke, die wenig Strom benötigen. Die Luft ist durch sie in Bewegung, ohne zu stören. Bei Regenwetter lassen wir Fenster und Türen geschlossen, die ansonsten fast ganzjährig offen stehen und für Durchzug sorgen.
Wir haben dünne Fenster aus Holz und Einfachverglasung. Am Allerwichtigsten ist es daher, dafür zu sorgen, dass der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen nicht zu hoch, sondern ausgeglichen ist. Im Winter sorgt dafür ein Holzofen, der die Luft auch schön trocknet.
In Trockenzeiten gut durchlüften, die feuchte Luft weitgehend draußen lassen. Mit dieser Methode kommt man auch in einem nicht isolierten Haus gut übers Jahr. Wir haben über 3000 Bücher seit mehr als zehn Jahren im Haus und mit der gefürchteten uruguayischen Feuchtigkeit keinerlei Probleme.