Wir wollten heute einen Ausflug machen

Seit fast 4 Monaten sind wir täglich am Gießen und warten auf Regen. 80mm seit Dezember; auf die Menge Regen kommt auch eine afrikanische Wüste 🫣

Langsam bekommen wir einen Sommer-Koller! Nur Sonne, Hitze und blauer Himmel, zur Abwechslung zwischendurch noch Wind, der zusätzlich austrocknet. Es reicht! Wir sehnen uns nach einem schönen Novembernebel am Bodensee, schön kalt und mit Nieselregen.

Der Gartenschlauch und die Gießkannen nerven. Also wollten wir heute mal raus hier, Abwechslung suchen und die leergelaufenen Akkus auftanken. Im Internet habe ich ein Maislabyrinth gefunden. Angeblich das größte von ganz Südamerika. Naja, die Uruguayer übertreiben gerne. Ein etwas kleineres täte es ja auch. Also haben wir uns auf den Weg gemacht ins etwa 120 km entfernte Trinidad.

Das Landwirtschaftsministerium hat den Notstand auf 90 Tage ausgeweitet. Was das konkret bedeutet, haben wir bisher nicht herausgefunden. Unser Steuerbüro hat nachgefragt, ob sie unsere Steuerzahlungen stunden sollen, so, wie es allen Bauern gerade angeboten wird. Nein, wir zahlen was anfällt. In Geldnot sind wir nicht.

Bei km 184,4 auf der Ruta 3 sollte es zu finden sein, laut Internet. Die Seite war wohl nicht mehr aktuell. Keine Hinweisschilder, kein Maisfeld, kein Labyrinth! Der Mais wurde wohl abgeerntet. Da momentan nichts gescheites wächst, wird auf den Feldern alles gehäckselt und zu Silage verpackt: Mais, Soja und manchmal Alfalfa. Auf manchen Äckern, wo sich gar nichts mehr lohnt, stehen Kühe drauf. Wir sind an vertrockneten Wasserläufen und steinigen Feldern vorbei gefahren und haben uns manches Mal gefragt, was da die Tiere noch fressen sollen? Es war frustrierend und deprimierend.

Hier standen wir nun. Was jetzt?

50km weiter sollte es einen Bio-Park geben. Ein pädagogisch angelegter Tier- und Naturpark. Also fuhren wir dort hin, nur um letztendlich auch vor verschlossenen Türen zu stehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag. ( heute ist Dienstag )

Zurück ging es dann 170km, vorbei an vertrockneten Feldern und hungrigen Tieren.

Um kurz die Beine zu vertreten, hielten wir an einem typisch uruguayischen Badeort. Natürlich war auch hier nichts los. Die Saison ist beendet, da kann das Wetter sein, wie es will.

Ein paar Wohnmobile standen herum. Hier gibt es Strom und Wasch- und Duschgelegenheiten. Wäsche, auf Leinen zwischen die Bäume gehängt, war das einzige, was sich hier bewegte.

Wir machten ein paar Fotos, dann ging es endgültig nach Hause.

Der Tag war gedacht als Motivation. Davon haben wir nichts gespürt. Die Tristesse der ausgetrockneten Landschaft schlug uns ordentlich aufs Gemüt.

Unsere Schafe holten uns dann bei der Abendroutine aus dem Stimmungstief. Es gibt nichts schöneres, als Schafe zu knuddeln ❤️

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