Wir warten immer noch auf Regen

Die Weiden sind mittlerweile leergefressen. Wir müssen ordentlich zufüttern und da wir nur einmal in der Woche zum Einkaufen nach Tarariras fahren, ist die Futterbeschaffung mühselig. Also haben wir einen 4-Wochenbedarf bei unserem Futterlieferanten bestellt.

Die Ladefläche seines Autos und der Anhänger waren mit den Säcken voll beladen.

Abgesehen von den drei Eselmännern und der Kastratenherde auf der Südseite bekommen nun alle Tiere eine Extraration. Die Feigen werden nach und nach reif und finden ebenfalls den Weg in die Tiermägen. Sie sind eine hochkalorische und vitamin- und mineralstoffreiche Energiequelle.

Am Dienstagnachmittag sah es einige Zeit fast so aus, als würden wir ein Gewitter abbekommen. Von Westen her näherte sich eine dunkle Wolkenwand. Wir waren ja schon froh, dass die Sonne nicht mehr so vom blauen Himmel brutzelte und beobachteten gespannt die Wolken. Dann kam urplötzlich ein heftiger Wind auf. Er kündigte sich mit unheimlichen Rauschen und Brausen an und schob eine große Staubwolke vor sich her. Fast so wie ein Sandsturm in der Wüste! Die Schafe gerieten ob der ungewöhnlichen Situation in Panik.

Sie kamen alle hoch zum Haus gerannt und suchten nach Schutz und Hilfe. Da wir selbst mit einem heftigen Regenguß rechneten und der Wind unberechenbar war, ließen wir sie gleich auf die Nachtweide. Hier stehen zwei große Unterstände als Schutz vor dem Unwetter.

Nach 10 Minuten war der Spuk allerdings schon wieder vorbei. Der Wind legte sich, der Staub verschwand und der Himmel quetschte ein paar Tropfen aus den Wolken, die aber bereits verdunstet waren, bevor sie die Erde erreichten. Wir gingen wieder leer aus.

Einige Kilometer weiter hat es für kurze Zeit ordentlich geschüttet. Es war nur eine kleine Gewitterzelle. Jeder Regentropfen wird derzeit über WhatsApp sofort gemeldet. Unsere Gegend hier ist von der Trockenheit besonders betroffen. Rechts und links der argentinisch/uruguayischen Grenze weigert sich der Regen hartnäckig. Andernorts sieht es etwas besser aus und auch die Temperaturen sind hier bei uns noch extrem hoch, während sich an der Atlantikküste ein gemütliches Sommerwetter mit angenehmen 25-30 Grad eingestellt hat.

Also warten und hoffen wir weiter auf Regen. Vielleicht klappt es ja heute Nachmittag, wenn sich neue Gewitterwolken bilden.

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