Das neue Jahr hatte gerade angefangen, da war das Stromnetz wieder überlastet. Eigentlich hatten wir darauf schon seit Tagen gewartet. Fast zwei Wochen schmoren wir nun unter einer enormen Hitzeglocke und allerorten laufen die Klimaanlagen auf Hochtouren.
Auch am 1. Januar klingelte der Wecker um 5 Uhr. Es war noch dunkel und der Lichtschalter brachte keine Erhellung. Die Glühbirnen flackerten, der Kühlschrank und die Tiefkühltruhen gaben keinen Mucks von sich. Also war die erste Arbeit im neuen Jahr: Generator anschalten!
Es hatte etwas abgekühlt. Fast 10 Grad weniger als am Vortag. Aber es sind immer noch um die 30 Grad am Mittag. In der Nacht können wir recht gut schlafen. Unter 20 Grad und bei offenem Fenster haben wir eine erholsame Nachtruhe.
Frische Luft ist allerdings Mangelware. Der stetige Wind wirbelt den staubtrockenen Sand von den vertrockneten Feldern auf. Es kratzt im Hals und brennt in den Augen. Heute früh, am 2. Januar, kam noch leichter Rauchgeruch dazu. Sofort kontrollierten wir die Umgebung, konnten aber in der Nähe keinen Brandherd feststellen. Laut Wetterkarte, die mir unter anderem auch die Brände anzeigt, lodern momentan Richtung Colonia die Flammen und der Wind trägt den Rauch zu uns.

Die hohen Temperaturen und der fehlende Regen fordern ihren Tribut. Überall im Land gibt es kleine und große Brände, Feuerwehr und Anwohner sind im Dauereinsatz und die Berichterstattung in den Nachrichten dreht sich, neben den obligatorischen Verkehrsunfällen, Rauben und Morden, fast nur noch um die Brände.
Wir sind in Habachtstellung und hoffen natürlich, von solchen Katastrophen verschont zu bleiben!
Unsere Hühner haben sich in Hitzestreik begeben und legen nur noch hin und wieder ein Ei. „Alles viel zu anstrengend bei der Hitze“, scheinen sie mir zu erklären, sobald ich den Hühnerstall betrete.
Unseren fünf Eseln auf der Weide statten wir jeden Abend einen Besuch ab. Sie kommen mit der Hitze gut klar. Sie freuen sich täglich auf ihr Leckerli, das meist aus Äpfeln oder Karotten besteht. Jetzt habe ich es mal mit gekühlter Gurke probiert und voll ins Schwarze getroffen! Das muss für die Tiere ein ganz besonderer Leckerbissen sein! Da verdrehen sie ganz verzückt die Augen und es scheint, als ziehe ein glückliches Lächeln über das Eselgesicht.
Wer hat schon mal einen Esel lachen gesehen?