
E-Autos gibt es mittlerweile auch in Uruguay. Das Netz der Stromtankstellen wird ständig erweitert. Während es im Landesinneren noch spärlich bestückt ist, findet man in Montevideo und vor allem in Punta del Este ausreichend Möglichkeiten, sein Fahrzeug mit Strom zu betanken. Allerdings findet man oft auch kaputte oder durch Vandalismus zerstörte Ladestellen vor, was die Fahrer eines Elektroautos natürlich sehr ärgert. Nicht jeder hat die Möglichkeit, sich in seinem Zuhause eine eigene Ladestelle zu installieren.
In Montevideo werden nach und nach die Taxis ausgetauscht. Auch Busse fahren zunehmend umweltfreundlich. Die Zapfsäulen werden von der staatlichen Stromgesellschaft UTE zur Verfügung gestellt. Uruguay benutzt zu 98% Strom aus erneuerbaren Energien und will mit Elektroautos Vorreiter in Südamerika werden.
Die Benzin- und Dieselpreise sind die höchsten auf dem Kontinent, da gilt es zu überlegen, ob man nicht auf Strom umstellt. Allerdings hat Uruguay auch die höchsten Strompreise Südamerikas. Ob sich das letztendlich lohnt, kann ich nicht beurteilen.

Um das Ganze für die Bevölkerung attraktiver zu machen, bietet die Regierung einige Vergünstigungen. So fällt wohl beim Kauf eines Elektroautos die hohe Importsteuer weg, die die Autos normalerweise fast doppelt so teuer macht, wie anderswo auf der Welt. Firmen und Vermieter werden angehalten, Ladestationen zu errichten und bekommen auch dafür einen finanziellen Ausgleich. Privathaushalte werden mit günstigen Tarifen bevorzugt.

Auch bei Mietwagen steigt man zunehmend auf Elektrofahrzeuge um. Die Autos kommen fast ausschließlich aus China. Und hier liegt dann auch das Problem. Ersatzteile sind, wenn überhaupt, nur sehr teuer zu bekommen. Denn dort fällt der Einfuhrzoll natürlich nicht weg. Ein zerbrochener Außenspiegel oder eine kaputte Windschutzscheibe kann so ganz schnell mal mehrere hundert Dollar und eine Wartezeit von vielen Wochen kosten.
Für den Stadtverkehr mag das kleine Autochen evtl. genügen. Auf den Schnellstraßen sind sie eher ein Verkehrshindernis und auf den unbefestigten Landstraßen mit Querrillen und Schlaglöchern haben sie gar nichts verloren!
Wenn man sich die Verkehrsstatistiken ansieht, kommen in Deutschland auf 100.000 Einwohner 3-4 Verkehrstote. Für Uruguay schwanken die Zahlen zwischen 12 und 16. Im Stadtgebiet Montevideo kommt es zu extrem vielen Verkehrsunfällen. Ob man in so einem kleinen Elektroauto sicher ist, wenn man mit einem größeren Auto zusammenstößt, da habe ich so meine Zweifel.

Seit kurzem gibt es auch in Tarariras eine Ladestelle. Bisher steht sie ziemlich verwaist da rum. Es scheint in der Umgebung noch kein Elektroauto zu geben.