Es gibt viele Gründe, sein Heimatland zu verlassen: Abenteuerlust, Jobwechsel, Langeweile, Neugier, Angst…..die Liste könnte munter weiter geführt werden. So individuell jeder Mensch ist, so individuell sind die Anreize für einen Neuanfang in der Fremde.
Ebenso unterschiedliche Gründe gibt es allerdings, das Ganze wieder rückgängig zu machen. Und diesen Weg sollte man sich auf keinen Fall verbauen!!!!!
Das ist allerdings meine ganz persönliche Meinung und jeder muss für sich selbst entscheiden. Da ich jedoch öfters zu diesem Thema befragt werde und auch einiges darüber im Internet lese, möchte ich das jetzt aufgreifen und darauf etwas ausführlicher eingehen.
Ich finde es schade, dass vor allem in den sozialen Netzwerken eine Rückkehr in die alte Heimat als persönliches Scheitern hingestellt und schlecht geredet wird! Es gibt hunderterlei Gründe, zurückzukehren, und das ist zuallererst einmal eine ganz persönliche Sache. Und sei es die, dass man sich selbst überschätzt und die zu bewältigenden Situationen unterschätzt hat. Das einzusehen und zu handeln, zeugt von Einsicht. Und das ist was positives und ganz sicher nicht negativ. Viel schlimmer finde ich es, wenn Menschen ihr Ding gegen jede Vernunft durchziehen, stur ausharren, weil sie nicht einsehen wollen, einen Fehler gemacht zu haben oder sich finanziell so in die Tiefe gerissen haben, dass ein Rückzug nicht mehr möglich ist.
Aber die Falscheinschätzung ist nur einer der Gründe, das neue Land wieder zu verlassen. Vielleicht ändert sich die Jobsituation und man muss sich zum Geldverdienen anderweitig umsehen.
Auch die politische Situation in einem Land kann sich über die Jahre ändern, gleiches gilt für die Sicherheit und Kriminalität. In keinem Land der Welt bleibt alles über Jahrzehnte gleich und man muss sich der jeweiligen Situation stellen.
„Die Landessprache lerne ich vor Ort“. Im Internet ist eine Liste zu finden: 10 Gründe, warum eine Auswanderung scheitert! Obiger Satz steht an erster Stelle und ich kann dem nur zustimmen. Vergiss es!! Wer nicht wenigstens Grundkenntnisse der Landessprache mitbringt, lernt sie nie zufriedenstellend. Im fortgeschrittenen Alter wird es mit jedem Jahr schwieriger.
Billigländer werden über die Jahre auch teurer. Niemand kann in die Zukunft schauen. Nicht immer kann der persönliche Geldbeutel mit der Teuerung mithalten. Währungsschwankungen können ebenfalls für ein Ungleichgewicht im Budget sorgen.
Wenn die Auswanderung schon einige Jahre zurück liegt, ändert sich oft der eigene Blickwinkel auf die Sicht der Dinge. Je tiefer man eintaucht in ein fremdes Land, desto deutlicher stechen auch die negativen Dinge hervor, die man in der euphorischen Anfangszeit gar nicht bemerkt oder nicht bemerken will.
Die Bedürfnisse ändern sich mit dem zunehmenden Alter. Dinge, auf die man in jungen Jahren gut und gerne verzichtet, rücken manchmal im Alter in den Vordergrund, und sei es nur die Bequemlichkeit.
Klimatische Verhältnisse sind auch nicht zu unterschätzen. Drei Wochen Hurgada bei 40 Grad mögen für manche ein schöner Urlaub sein. In der Karibik auf Dauer dieser Hitze ausgesetzt, ist eine ganz andere Sache. Sicher kann man mit Klimaanlage und Pool etwas entgegen wirken, aber wenn das Wohlbefinden oder gar die Gesundheit darunter leiden, muss man die Reißleine ziehen. Regenzeit, Mückenschwärme, giftiges Getier, wochenlange Dunkelheit, extreme Hitze oder Kälte: natürlich kann „man“ das aushalten. Aber die Frage ist doch: kann und will „ich“ das auf Dauer aushalten. Das kann niemand im Voraus mit Sicherheit wissen. Das muss man ausprobieren und gegebenenfalls den Rückzug antreten.
Wenn man als Paar oder Familie auswandert, ist nicht gesagt, dass alle an einem Strang ziehen. Persönliche Empfindungen, Gesundheitliche Einschränkungen, es gibt viele Gründe, wieder in die alte Heimat zurück zu kehren.
In vielen Ländern der Welt ist die medizinische Versorgung unzureichend und im Krankheitsfall muss man immer entscheiden, wo man sich behandeln lassen will und vor allem: kann!
Was gerne vor sich her geschoben wird oder man erst gar keinen Gedanken daran verschwenden will, ist die Tatsache, dass wir alle älter werden. Die Schaffenskraft lässt irgendwann nach und man muss sich der Tatsache stellen, dass man vielleicht irgendwann Hilfe braucht. Die Versorgung der alten und pflegebedürftigen Bevölkerung ist nicht in jedem Land zufriedenstellend gewährleistet.
Das sind viele allgemein gehaltene Gründe, die eine Rückwanderung erforderlich machen und bei denen sich niemand schlecht oder als Versager fühlen muss. Uruguay bildet da ganz sicher keine Ausnahme. Wer mit dem Gedanken spielt, nach Uruguay auszuwandern und dem jetzt nach dem Lesen einige Fragen im Kopf herum schwirren, darf sich gerne bei mir melden.
Mein Tip: investiere gerade in der Anfangszeit nur so viel Geld, auf das du im Notfall auch verzichten kannst und stecke nie deinen letzten Groschen in den Neuanfang. Denn Lehrgeld zahlst du auf jeden Fall, da kann die Vorbereitung noch so gut sein!
Die Gründe sollen allerdings kein Hinderungsgrund einer geplanten Auswanderung sein.