Ergiebige Regenfälle

Während in Deutschland die Adventszeit von Schneefällen begleitet wird, müssen wir uns hier in Uruguay auf einen sehr nassen Sommer einstellen.

Die Großwetterlage hat sich stabilisiert und wird mindestens bis März/April im nächsten Jahr bleiben. „El Niño”, das Christkindchen ist angekommen und beschert uns ausgiebige Regenfälle. Einen Geschmack darauf bekam Montevideo am vergangenen Freitag präsentiert:

Innerhalb weniger Stunden fielen über 100mm Regen, ein heftiges Gewitter mit Windgeschwindigkeiten um die 100km/h entwurzelte zahlreiche Bäume.

Die tiefergelegenen Stadtgebiete standen unter Wasser, teilweise über einen Meter hoch.

Autos schwammen wie Boote durch die Straßen und zahlreiche Insassen wurden von Passanten aus ihren Fahrzeugen gerettet.

Während in Montevideo das Wasser am nächsten Tag wieder abgelaufen war und man glücklicherweise keine verletzten Personen zu beklagen hatte, sieht es im Norden des Landes seit Wochen leider ganz anders aus!

Weite Landstriche stehen unter Wasser. Bisher kam das Wasser über die überlasteten Flüsse, da es auch im Süden von Brasilien seit Wochen fast ununterbrochen regnet. Nun kommt der Regen im eigenen Land dazu und lässt die Wasserpegel unaufhörlich steigen. Tausende Menschen verloren ihr Zuhause und leben in Notunterkünften. Meist hausen sie in notdürftig zusammengebastelten Zelten, seit Wochen der Feuchtigkeit und dem recht kühlen Wetter ausgesetzt. Hat Uruguay im letzten Sommer unter einer fast unerträglichen Hitze und Trockenheit gelitten, ist es bisher noch recht kühl, in der Nacht oft um die 15 Grad und auch am Tage erreichen die Temperaturen kaum die 25 Gradmarke.

Wenn der Zyklus noch stimmt, können wir die nächsten drei Jahre mit wechselhaftem und nassem Wetter rechnen. So erlebten wir es auch die ersten drei Jahre hier und dachten damals, das sei halt das Wetter in Uruguay. Die Weiden standen oft unter Wasser und Steffen schaufelte unermüdlich Entwässerungsgräben, damit das Wasser abläuft. Dann kam die Trockenheit, jedes Jahr einbisschen schlimmer, bis sie im letzten Jahr den absoluten Höhepunkt erreichte. Nun kehrt sich den Meteorologen zufolge das Ganze wieder um.

Mit dem Regen können wir besser umgehen. Die Bauern sehen das ganz bestimmt anders, aber wir sind momentan sehr entspannt und zufrieden. Alles ist üppig grün, unsere Tiere haben Gras im Überfluss und die Obsternte fällt in diesem Jahr einfach gigantisch aus! Zum Einen, weil natürlich die Bäume immer größer werden, aber auch das feuchte Wetter tut ihnen gut. Die Vorratskammer füllt sich, wir gehen immer seltener einkaufen und den gelegentlichen Stromausfällen begegnen wir mit stoischer Gelassenheit. Mit Generator und Gasherd sind wir gut gerüstet.

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