Sie sind groß geworden

Ja, sie sind ordentlich gewachsen, unsere 7 Flaschenlämmer. Seit fast zwei Wochen bewohnen sie eine eigene Weide, haben ein Häuschen als Unterstand und können sich den ganzen Tag frei bewegen. Morgens und abends bekommen sie noch jeweils eine Flasche Milch, ansonsten ernähren sie sich schon vom Gras auf der Weide und getrocknetem Alfalfa, das wir noch zufüttern.

Sie sind immer schwieriger händelbar. Auch Lämmer kommen ins Flegelalter, hören nicht mehr auf Kommandos und suchen sich einen Weg durch den Zaun, weil es dahinter immer interessanter ist. Da ihre jetzige Weide dieses Jahr das erste Mal für Lämmer benutzt wird, mussten wir mit 50m Maschendrahtzaun eine Seite besser sichern, weil einige der Lämmer immer wieder durchgeschlüpft waren.

Auch unsere zweite Gruppe Flaschenlämmer ist nach draußen gezogen. Seit einigen Tagen haben wir keinen Nachtfrost mehr. So können die Kleinen in der Nacht in einem Stall übernachten, wo viel Heu für einen warmen und angenehmen Schlaf sorgt. Tagsüber sind sie mit den großen Lämmern auf der Weide. Sie bekommen vier Milchflaschen pro Tag. Mittlerweile hat sich alles gut eingespielt und wir haben Routine beim Handling, die Kleinen von den Großen beim Füttern zu trennen. Vor allem unsere kleine Gisela, die bei der Geburt keine 2kg gewogen hat und ziemlich unterentwickelt war, ist gut gewachsen und hat zugenommen. Auch die Wolle ist gewachsen und man sieht keine rosa Haut mehr durchscheinen. Ihr Brüderchen und das Einzellamm haben einen kaum stillbaren Appetit und das Lämmchen „Mäh“, das wir halbtot auf der Weide gefunden haben, hat etwas zugenommen und wird weiter mit Milch zwangsernährt, d.h. die Milch wird ihr zwei mal täglich in den Mund gespritzt, da sie nicht mehr saugt.

Es hat immer noch nicht geregnet und für die nächsten zwei Wochen ist eitel Sonnenschein vorhergesagt. Das wird langsam zum Problem, weil auf den Weiden kein Gras wächst und wir langsam nicht mehr wissen, wie wir die Mutterschafe und ihren Nachwuchs satt bekommen sollen. Für alle anderen Tiere ist noch gut gesorgt, alleine bei der großen Herde der Weibchen wird es langsam knapp. Wir füttern wieder Mais zu, mähen alles ab, was wir an Gras noch so finden und müssen wieder Futterballen ordern, was nicht so leicht ist, weil wir ja nicht die einzigen Tierhalter sind, denen das Futter ausgeht. Wir sind im vierten Monat ohne Regen und Besserung ist nicht in Sicht.

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