Zucker-Salz-Fett

Gestern habe ich auf einer deutschen Nachrichtenseite im Internet einen Artikel über Nutri-Score gelesen. Die fünf bunten Felder auf jeder Nahrungspackung sollen das Kauf- und Essverhalten der Kunden positiv beeinflussen.

So etwas gibt es hier in Uruguay auch. Nur nicht so schön bunt.

Jede Nahrungsmittelpackung ist mit den schwarzen „Stoppschildern“ versehen, je nachdem, ob es Zucker, Fett oder Salz enthält. Bei einheimischen Produkten wird es automatisch auf die Verpackung gedruckt, importierte Ware bekommt den entsprechenden Aufkleber. Es wird also ein enormer Aufwand für die Volksgesundheit betrieben.

In Uruguay mag man es sehr süß. So süß, dass es für den europäischen Gaumen schon fast ungenießbar ist. Kekse, die werden hier in unglaublichen Mengen verkauft und demnach auch verputzt, Limonade und Torten oder Backteilchen sind abartig gezuckert. Ob die schwarzen Stoppschilder den Käufer wenigstens zum Nachdenken bringen, weiß ich nicht. Bei Limonaden hat eine Trendwende eingesetzt. Einheimische Produzenten, und die weltbekannte rote Marke in der Erfrischungsindustrie sowieso, verwenden zunehmend Süß- und Zuckeraustauschstoffe. Das ist leider geschmacklich nicht immer eine Offenbarung!

Wir trinken sehr wenig von diesen sogenannten Erfrischungsgetränken, allenfalls im Sommer für eine spritzige Radler wird Zitronenlimo gekauft. Und dann wird gezielt nach dem Zuckerschild gesucht, denn einen Ersatzstoff wollen wir im Bier nicht.

Vor einigen Jahren wurde von der damaligen Regierung an die vielen Bluthochdruck-Patienten gedacht und kurzerhand das Salz aus den Restaurantküchen und Speisesälen verbannt. Der kulinarische Supergau!!!! Nudeln, Reis, Pommes……alles ohne Salz. Selbst den Salzstreuer auf dem Tisch, um die schlimmste Geschmacksverirrung zu verhindern oder wenigstens abzumildern, suchte man vergebens!!

Nach einigen Wochen machte sich Widerstand unter den Gastwirten und natürlich den Gästen breit. Der ein oder andere Koch ließ heimlich Salzkörnchen ins Essen fallen und die Bedienungen holten, wenn man sie freundlich darum bat, den Salzstreuer aus der Mottenkiste. Mittlerweile hat man einen Mittelweg gefunden, mit dem man halbwegs leben kann: in der Küche wird ( meistens ) weiterhin auf Salz verzichtet, auf den Tischen steht aber immer ein Salzstreuer, den der Gast nach Belieben nutzen kann.

Also immer, wenn die Pommes serviert werden, salzen, solange sie noch heiß sind 😉

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