Tanken in Uruguay

Tanken in Uruguay ist keine billige Angelegenheit. Momentan entspricht 1€ = 42pesos, vor einem Jahr lag der Peso bei 53.

80 pesos für Benzin und 65 pesos für Diesel sind also kein Schnäppchen.

Preisvergleiche an den Tankstellen sind unnötig, da die Preise für Benzin und Diesel von der Regierung vorgegeben und damit im ganzen Land gleich sind.

Es gibt zwei große Anbieter: Ancap, die uruguayische und DISA ( hieß bis im letzten Jahr Petrobras ) die brasilianische Marke. In Tarariras werden nur jeweils eine Sorte Super und Diesel angeboten. Der Diesel ist hauptsächlich für die landwirtschaftlichen Maschinen gedacht, die Qualität ist für Autos daher sehr schlecht. Wir müssen regelmäßig ein Zusatzmittel von Liqui Molly zugeben, damit der Motor einigermaßen anständig läuft. An den Autobahnen, in der Hauptstadt und in den Touristenorten gibt es noch Kraftstoffe von besserer Qualität, dann natürlich entsprechend teurer. Der Diesel ist für viele landwirtschaftliche Betriebe von der Mehrwertsteuer ausgenommen. Das ist die einzige Vergünstigung und Zuwendung, die die Bauern von staatlicher Seite bekommen.

Es gibt an den Tankstellen keine Selbstbedienung. Man kann entspannt im Auto sitzen bleiben und den Tankwart seine Arbeit machen lassen. Hat er gute Laune und nicht viel Arbeit, reinigt er auch gerne Front- und Heckscheibe. Ein Trinkgeld wird nicht erwartet. Bis zu einem Betrag von 800 pesos kann in bar bezahlt werden, darüber hinaus nur noch mit Karte. Aufgrund der hohen Kriminalität wird in der Nacht nur noch Kartenzahlung akzeptiert.

Jeder Tankstelle ist ein kleiner Mini-Markt angeschlossen. An den Autobahnen erhält man ein reichhaltiges Angebot an Essen zum Mitnehmen. Je weiter man sich von der Zivilisation entfernt und ins Landesinnere vordringt, desto umfangreicher wird das Angebot : von Lebensmitteln für den täglichen Bedarf, über Werkzeuge und Ersatzteile bis bin zu kleinem Gerät für die Landwirtschaft. Hier draußen ist die Tankstelle oft die einzige Einkaufsmöglichkeit im weiten Umkreis. Es gibt also fast alles zu kaufen, nur eines nicht: Kanister für die Kraftstoffe !!!!!!

Hat man kein entsprechendes Gefäß dabei, steht man erst mal blöd da. Als wir vor fast neun Jahren unser Grundstück gekauft hatten und noch nicht dauerhaft hier wohnten, verbrachten wir zwei Mal im Jahr unseren Urlaub hier und brauchten eines Tages Benzin für den Rasenmäher. Wir wollten an der Tankstelle gleich einen Benzinkanister dazu kaufen. Da es diesen nicht gab, füllte uns der freundliche Tankwart drei Liter Benzin in eine Plastiktüte!!!!

Zwei Jahre vorher, wir hatten noch kein Grundstück und für den Urlaub ein Ferienhäuschen gemietet, trafen wir bei einer unserer Erkundungstouren irgendwo im Nirgendwo auf ein deutsches Touristenpaar. Diese hatten sich in Colonia ein kleines Strandmobil gemietet und sich damit unvorsichtiger Weise zu weit von Stadt und Strand entfernt. Dann waren sie prompt mit leerem Tank in unbekanntem Gelände liegen geblieben. Wir boten ihnen an, sie zur nächsten Tankstelle zu fahren. Da sie uns nicht kannten und einer alleine nicht zu uns ins Auto steigen wollte, der andere aber auch auf keinen Fall alleine in der Pampa zurückbleiben wollte, fuhren sie beide mit uns mit, das Strandmobil wurde stehen gelassen. Ein Diebstahl war so weit draußen nicht zu befürchten. Benzinkanister gab es an der Tankstelle nicht, aber einer der Angestellten spendete großzügig seine fast leergetrunkene Limoflasche. Zwei weitere wurden aus dem Mülleimer gefischt und so konnten wir unsere Touristen mit ausreichend Kraftstoff versorgt zu ihrem Gefährt zurückbringen. Wir erklärten ihnen den Rückweg nach Colonia, danach wünschten wir ihnen noch einen schönen Urlaub und verabschiedeten uns.

Nach diesen Erlebnissen haben wir uns, zurück in Deutschland, mit ausreichend Kanistern versorgt, einige Anfangs im Koffer und später dann im Container mit nach Uruguay gebracht. Da die Versorgung von Kraftstoffen an der Tankstelle ab und zu ins Stocken gerät und man nie sicher sein kann, dass man beim nächsten Besuch auch das Gewünschte tanken kann, ist es immer ratsam, nie mit fast leerem Tank an die Tankstelle zu fahren und immer einen ordentlichen Vorrat zu Hause zu haben.

Es gibt mittlerweile in einigen Baumärkten Kraftstoff-Kanister zu kaufen. Aber man muss Glück haben, wenn sie im Regal stehen. Vorgeschrieben sind sie nicht.

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