Arbeiten im Winter

Wir haben ganz im Norden, an der Grenze zum Nachbargrundstück, noch etwa einen Hektar Land, das noch nie bearbeitet oder gar betreten wurde. Über vier Meter hoch wuchert hier das Unkraut: stachelige Büsche und Hecken. Um überhaupt dort hin zu gelangen, war Steffen die letzten Jahre mit Distelstechen und Säubern beschäftigt.

In diesem Winter ist es nun endlich soweit. Mit der Kettensäge werden die Büsche und Bäume gefällt und mit der Motorsense der Feinschnitt gemacht.

Wenn alles gesäubert ist, wird im Frühling nach dem Regen Grassamen ausgebracht und die Schafe haben einen weiteren Bereich zum Abweiden.

Die Schafe haben mittlerweile einen ordentlichen Wintermantel, um den kalten Temperaturen zu trotzen. Der Winter in diesem Jahr ist ungewöhnlich kalt und trocken. Es hat seit Wochen nicht geregnet und eine Kältewelle folgt der nächsten. Die Weiden sind gelb und vertrocknet, Gras wächst nun keines mehr nach und wir müssen mit gemahlenem Mais und getrocknetem Alfalfa (Luzerne) zufüttern.

Bei einigen Schafen ist die Wolle auch im Gesicht bis vor zur Nase gewachsen und wir schneiden nun die Augen frei, damit die Tiere wieder einen freien Blick bekommen.

Seit ungefähr zwei/drei Monaten funktioniert das Internet sehr schlecht, seit fast drei Wochen eigentlich gar nicht mehr. Nachrichten erreichen uns mit mehreren Stunden Verspätung, Mails gehen fast gar keine mehr raus und Telefonieren mit Deutschland wird zur Geduldsprobe. Meine Blogbeiträge schicke ich meist mitten in der Nacht zwischen drei und fünf Uhr zur Veröffentlichung, tagsüber geht rein gar nichts. Das Problem ist wohl landesweit bekannt und hat jetzt sogar den Weg ins Parlament gefunden. Ob die eine Lösung parat haben, wird sich finden, ist der Anbieter ANTEL doch ein staatseigener Betrieb, pseudoprivatwirtschaftlich tätig. Vergangene Woche hat die Regierung einen Vertrag mit Microsoft geschlossen, die in Uruguay ein Labor für künstliche Intelligenz errichten wollen. Wenn Microsoft nicht einen eigenen Satelliten mitbringt, geht das hiesige Netz wahrscheinlich bald ganz in die Knie. Die Kapazitäten reichen schon für den jetzigen Bedarf nicht aus, unter diesen Bedingungen weitere Großunternehmen ins Land zu holen, ist recht abenteuerlich.

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