Am Samstag haben wir unsere dreibeinige Ziege nun doch schlachten müssen. Sie hatte Schmerzen und konnte kaum noch laufen. Die ganze vorherige Woche hatten wir die gesamte Ziegenherde in einem großen Corral, wo ausreichend Gras wächst und viele Bäume stehen, damit sich die Ziege nicht zu sehr anstrengt und vor allem keine weiten Strecken laufen muss.
Aber das war keine Lösung auf Dauer. Man sieht ja immer wieder Katzen und Hunde, die nach einem Unfall auf drei Beinen durchs Leben gehen. Aber ob das über einen längeren Zeitraum klappt, weiß man natürlich nicht. Bei der Ziege hat es leider nicht funktioniert. Die starke Überbelastung des einen Hinterbeins hat sicher zu einer Entzündung im Hüftgelenk und zu Fehlstellungen an der Wirbelsäule geführt.
Also hat Daniel sie am Samstag von ihrem Leiden erlöst.
Ja, und am Sonntag gab es dann Ziegenbraten.
Das Zicklein hat in seinen acht Monaten Leben kein einziges Medikament bekommen, auch nichts gegen Parasiten. Da sie immer noch von der Mutter gesäugt wurde, hatten wir also eine 100% Bio-Milchziege. So hat ihr Tod wenigstens noch etwas Gutes und wir für sieben Mahlzeiten für je zwei Personen noch eine schmackhafte Fleischbeilage.
Die Mama-Ziege, unsere „Gazelle“ muss nun noch einige Zeit am Abend abgemolken werden, damit es zu keinem Milchstau und einer Euterentzündung kommt. „Gazelle“ hat den Verlust der Tochter erstaunlich gut verkraftet. Sie lässt sich mit etwas Widerwillen melken, aber in einigen Tagen hat sie die lästige Prozedur überstanden.