Als ich am Montag Mittag zu Hause ankam, brachte mir Daniel gleich zwei Lämmer, die er während unserer Abwesenheit bei sich daheim gefüttert hat und, nach deren Geruch zu urteilen, bei seinen Ferkeln geparkt hatte.
Mein kleiner Schwarzpunkt lebt tatsächlich noch. Ich war mir nicht sicher, ob ich ihn nach dem Urlaub wiedersehen würde. Er erkannte mich dann auch tatsächlich wieder und humpelte auf drei Beinen auf mich zu. Der Unglückswurm hat sich auch noch ein Bein gebrochen ! Wahrscheinlich war er mit einer der Ziegen aneinander geraten. Die sind nicht zimperlich und schleudern mit den Hörnern Störenfriede einfach zur Seite.
Das schwarze Lamm hat seine Mama verloren. Sie starb während unseres Aufenthaltes in Deutschland. Die Zwei bezogen nun ihr neues Zuhause, den kleinen Corrall mit Unterstand, der schon öfters als Kindergarten herhalten musste. Hier sind sie gut aufgehoben und bekommen vier mal täglich ihre Milchflasche.
Auf der Nachtweide lag ein weiteres Mutterschaf seit Montag und wollte nicht mehr aufstehen. Wir hatten sie markiert und wussten so, dass sie ein Lamm zu versorgen hatte. Von dem war allerdings weit und breit nichts zu sehen. Die ganze Woche über versorgte ich das Schaf mit Futter und Wasser und hielt Ausschau nach dem Lamm, welches nicht älter als sechs Wochen sein konnte und Milch brauchte.
Das Schaf starb am Freitag Abend, das Lamm hatte ich zwischen den vielen anderen Lämmern immer noch nicht gefunden. Erst heute Abend, am Samstag, sah ich ein frierendes Lämmchen einsam im Matsch stehen. Es war ziemlich entkräftet und ließ sich leicht einfangen. Ich habe es gewaschen und trocken gerubbelt. Die Milchflasche war schnell geleert, der Hunger muss groß gewesen sein. Jetzt ist es bei den anderen beiden Flaschenkindern mit im Gehege. So schnell füllt sich der Kindergarten wieder!
Bei der Ankunft am Montag war der Himmel bedeckt, die Temperatur lag bei angenehmen 20 Grad. Seit Dienstag regnet es fast ununterbrochen. Ein Gewitter jagt das nächste, alles steht wieder unter Wasser, der Fluss ist über die Ufer getreten. Das Thermometer zeigt immer noch um die 13 Grad, aber ein starker Südwind macht den Aufenthalt draußen sehr ungemütlich. Der Sommer hat sich nun endgültig verabschiedet. Die ganze nächste Woche soll es weiter regnen.