Jedes Jahr aufs Neue erfreuen uns die großen Kaktushecken mit ihren weithin sichtbaren, grellorangenen Blüten. Die Ziegen freuen sich auch! Die jungen, frischen Triebe, die Blüten und die daraus entstehenden Früchte sind für sie wahre Leckerbissen. Da stören auch die Stacheln nicht, die sich manchmal in die Haut rund ums Maul bohren und die sich die Ziegen dann von uns wieder entfernen lassen. Es geht doch nichts über eine leckere Mahlzeit !
Das Wetter zeigt sich momentan von seiner launischen Seite. An einem Tag brennt die Sonne vom Himmel. Bei 32 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 70% wünscht man sich Kiemen zum Atmen. Jeder Schritt wird zur Qual, Mensch und Tier leiden und vor allem die Schafe sind einem Kollaps nahe. In der Nacht entlädt sich dann ein heftiges Gewitter und der Folgetag wird so kühl, dass wir uns überlegen, eine Jacke über zu ziehen. Dieses Auf und Ab geht nun schon seit Tagen so. Die Regenmassen schwanken, je nach Region, sehr heftig. Während wir in zwei Tagen etwa 80 Liter Wasser abbekommen haben, regnete es einige Kilometer weiter über 200 Liter auf den Quadratmeter. Der Fluss trat wieder über die Ufer und war zwei Tage nicht passierbar. Einer der Nachbarn verlor fünf Kühe durch Blitzschlag. Das ist für uns der absolute Alptraum: ein Blitzeinschlag auf der Weide, dem unsere Schafe zum Opfer fallen! Es bleibt bei jedem Gewitter ein ungutes Gefühl, wenn wir uns ins Haus zurückziehen und die Tiere draußen dem Wetter ausgesetzt sind.
Ich habe im Winter immer Angst, dass meine Lieblinge frieren. Aber ich glaube, in der Gluthitze im Sommer leiden sie viel mehr. Die Mittagshitze verdösen die Schafe unter den schattigen Bäumen, sie werden erst am Nachmittag wieder munter und sind jetzt bis kurz vor Sonnenuntergang um halb acht Uhr draußen auf der Weide.