Schafe – Die unendliche Geschichte

022FB6CE-04FA-4340-BA07-E9CEE0529873Der angekündigte Sturm ist spurlos an uns vorüber gezogen. Einzig die überschwemmte Brücke zeugte von heftigen Niederschlägen, die allerdings weit entfernt nieder gegangen waren. Wir haben keinen einzigen Tropfen davon abbekommen.

Am vergangenen Donnerstag machten wir uns am Abend, als die Herde schon auf der Schlafweide war, auf die Suche nach einem seit einigen Tagen vermissten Schaf. Ich hatte es immer mal wieder zwischen den Büschen am Rand des Grundstücks gesehen. Es hielt sich abseits und war wohl sehr krank. Nach kurzer Zeit fand ich es dann auch. Es lag im Gebüsch und starb augenscheinlich vor sich hin. Da ich ihm nicht helfen konnte, ließ ich es liegen. Am nächsten Morgen wollten wir den Kadaver dann mit dem Schubkarren abholen.

Auf dem Rückweg entdeckten wir ein weiteres Schaf, das gerade ein Lamm zur Welt gebracht hatte. Da wir es über Nacht nicht so weit draußen lassen wollten, trieben wir es langsam hoch zur Schlafweide. Die fast 400 Meter Entfernung waren für das Lamm zu weit, also trug ich es vor der Mutter her, die uns nach einigem Zögern dann auch folgte. Im Gehege wollte sie dann von ihrem Lamm nichts mehr wissen. Sie stieß es von sich und lief davon. Wir wollten ihr bis kurz vor Einbruch der Dunkelheit Zeit geben und kümmerten uns um unsere anderen Tiere. Nach einer Stunde sahen wir dann wieder nach Mutter und Kind und entdeckten, daß sie ein weiteres Lamm zur Welt gebracht hatte. Wieder war es ein normal großes und ein Minilämmchen. Die Krankheit, die die letzten  Wochen unter den Schafen grassierte, scheint die Entwicklung der Lämmer beeinträchtigt zu haben.

Es stand wieder eine kalte und ungemütliche Nacht bevor und wir mussten  eine Entscheidung treffen. Wir nahmen das Kleine also mit ins Haus und ließen der Mutter nur das große Lämmchen. So hatten Beide eine Überlebenschance. Seit dem bringt der kleine Wirbelwind alles durcheinander. Das verwaiste Lamm schläft, seit es keinen Frost mehr hat, draußen im Hasenstall. Das Lamm von vor zwei Wochen entwickelt sich prächtig und übernachtet in der Dusche auf einer weichen Decke und das Kleine schläft in der Bibliothek in einem Korb. So hat alles seine Ordnung.

Am Freitag dann marschierten wir mit dem Schubkarren wieder auf die  Weide, um das tote Schaf abzuholen. Es atmete noch. Wir nahmen es trotzdem mit und legten es in einen kleinen Corrall. Steffen versorgte es mit Wasser und Futter und siehe da : es machte sich über die Köstlichkeiten her. Seitdem sind fünf Tage vergangen und das Schaf ist auf dem Weg der Besserung. Es kann noch nicht alleine aufstehen und wir müssen aufpassen, daß es nicht wundliegt. Aber es frisst und säuft und macht mit jedem Tag einen fitteren Eindruck.

Ein Gedanke zu “Schafe – Die unendliche Geschichte

Hinterlasse einen Kommentar