


Seit vier Tagen regnet es nun fast ununterbrochen. Am Wochenende beherrschten heftige Gewitter den Himmel, es schüttete wie aus Kübeln. Die obligatorischen Überschwemmungen blieben da natürlich nicht aus. Der Fluß trat wieder über die Ufer, obwohl er noch tags zuvor sehr wenig Wasser geführt hatte. Die Wassermassen sind inzwischen wieder abgeflossen und der Regen legte einige Stunden eine Verschnaufpause ein. Seit gestern Abend füllt ein sanfter Landregen die unterirdischen Wasservorräte wieder auf. Eine Verjüngungskur für die hitzegeschwächten Pflanzen ! Sie treiben alle neu aus, man kann Ihnen beim Wachsen regelrecht zusehen. Alles grünt und blüht, wie man es in Deutschland im Frühling gewöhnt ist. Die Zitrusfrüchte bekommen neue Blüten und damit schon die Früchte für die nächste Saison, obwohl die momentan daranhängenden noch nicht einmal reif sind. Die Rosen bekamen vor vier Wochen eine ordentliche Portion Dünger und danken es nun mit üppigen neuen Trieben und herrlich duftenden Blüten. Auch die Malven sind eine wahre Augenweide, allen voran meine exklusive Pflanze mit den „chinesischen Laternen“ . Die filigrane Zartheit der Blüten fasziniert mich jeden Tag aufs neue.
Aufgrund des schlechten Wetters ist die Internetverbindung momentan wieder sehr bescheiden. Seit Tagen läuft alles auf Sparflamme. Mal kommen Nachrichten durch, kurze Zeit darauf hängen sie ewig in der Warteschleife. Ich sitze mittlerweile seit drei Stunden an diesem Beitrag, kann aber nur Absatzweise veröffentlichen, da ansonsten alles im Nirwana verschwindet und ich von vorne anfangen muss.
Also weiter 😉
Mit meiner neuen Rosenanlage komme ich schleppend voran, was aber nicht immer am Wetter liegt. Allerdings habe ich in den letzten Wochen 40 Lavendelstecklinge gepflanzt, denen das nasskalte Wetter ausgesprochen gut tut. Wenn ich von „kalt“ spreche, sind das immer noch gute 18-20 Grad, also beste Voraussetzungen zum Gedeihen. Ich habe sie dieses Mal nicht in Töpfen vorgezogen, sondern einfach in die Erde gesteckt. Sie sind sehr gut angegangen, haben schon Wurzeln gebildet und seit einigen Tagen zeigen sich die ersten neuen Triebe. Bis aus so einem kleinen Steckling ein ordentlicher Busch mit ca 40 cm Durchmesser wird, vergehen hier etwa 10 Monate. Danach bekommt er einen Rückschnitt, damit er schön gleichmäßig weiter wächst. Nach einem Jahr hat Unkraut zwischen den Lavendelbüschen keine Chance mehr. Ein weiterer Grund, dieses wohlriechende Kraut zu pflanzen. Schnell werden damit Beete und Rabatte begrünt und das lästige Unkrautrupfen kann man sich sparen.
Auch das Gemüsebeet ist „winterfertig“ gemacht. Das heißt allerdings nicht, daß es jetzt die nächsten Monate brach liegt. Es wurde nur schön ordentlich gesäubert, aufgeharkt, mit Mist aus eigener Produktion aufgefüllt ( die Pferde und Esel sorgen ja ständig für Nachschub ) und wieder neu ausgesät bzw.. mit Stecklingen aus der Gärtnerei bepflanzt. Im Winter gedeihen hier Erbsten, Spinat, Kohl, Karotten und Salat. Auf eine eigene Ernte müssen wir also auch in der kalten Jahreszeit nicht verzichten. Die Kürbispflanzen haben noch einmal ordentlich ausgetrieben. Obwohl wir schon viele Kürbisse in der Speisekammer gelagert haben, sieht es so aus, als ob die Ernte noch nicht abgeschlossen ist. Auf dem Kompost fühlen sich die langen Triebe wohl und dürfen da natürlich auch weiter wachsen.
Bei einer Internetversteigung konnten wir eine Sitzgruppe ergattern. Es wird hier also nicht nur vor Ort bei den Rematen versteigert, was das Zeug hält, sondern es gibt auch eine Internetseite, bei der man bequem von zu Hause aus uruguayweit mitsteigern kann. Dafür waren wir allerdings auf Hilfe angewiesen. Nachdem uns einige Sitzgruppen vor der Nase weggeschnappt wurden, (dieser Stil ist hier sehr gefragt und man findet die Tische und Stühle auch fast vor jedem Haus oder Terrasse) hatten wir letzte Woche doch noch Glück. Unser Eingangsbereich in den Park ist nun fast komplett. Die Sitzgruppe lädt unter schattigen Bäumen zum Kaffekränzchen ein.
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