Polizeianweisung

IMG_1151.JPGMan weiß am Morgen nie, was der Tag so alles bringt !

Die Männer sind heute nach dem Frühstück wieder auf unseren Acker gefahren, der etwa 15 km entfernt von uns liegt. Luftlinie sind es nur ca. 5 km, dazwischen liegen aber die Campos von zwei Nachbarn. Sie müssen also schön außen herum fahren und brauchen dafür fast eine halbe Stunde. Dort angekommen, haben sie wie immer die Pferde und Kühe gezählt und dabei festgestellt, daß sich die Kühe unheimlich vermehrt haben müssen. Heißt : Nachbars Kühe waren wieder auf Futtersuche!

Diesmal wurde nicht lange gefackelt, sondern gleich die Polizei gerufen! Die kam dann auch ziemlich schnell. Der Besitzer der Kühe wurde auch noch dazu geladen. Alle Tiere wurden polizeilich erfasst, dann mußten alle mit zur Polizeistation nach Tarariras. Die Kühe durften selbstverständlich bleiben 😀

Die Polizeistation in Tarariras gleicht einem Relikt aus längst vergangenen Zeiten. Die Computer sind aus dem letzten Jahrhundert, und die Belegschaft hat es in der Zwischenzeit nicht geschafft, mehr als mit einem Finger die Buchstaben auf der Tastatur zu suchen. Man hat sich aber wohl ganz gut unterhalten und amüsiert. Im Nebenzimmer saß ein verletzter Mann, der von seiner Frau mit einer Gabel attackiert worden war. Ein Unding in der Machowelt !!!!! Nachdem der Polizist noch ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert hat, war währenddessen auch die Verordnung fertig geworden. Dem Besitzer der Kühe und Steffen ( Gastón natürlich auch ) wird ab sofort untersagt, miteinander zu reden. Bei Streitigkeiten, wenn die Kühe wieder ausbüxen, muß sofort die Polizei informiert werden. basta !!! Wie es weiter geht, steht in den Sternen. Der Kuhbesitzer hat inzwischen zwei Anzeigen von uns, passiert ist bisher nichts. Abwarten und Mate- Tee trinken, würde ich sagen !!!!!

Mit meinem Pferd gibt es weiterhin Probleme. Am Donnerstag bekam es ein Medikament zum Abschwellen und Schmerzlinderung gespritzt. Am Freitag ging es ihm dann auch deutlich besser. In der Nacht zum Samstag ist Gastón zu einer Fortbildung gefahren, die das ganze Wochenende über dauern sollte. Am Samstag früh dann die Katastrophe: Der Vorderfuß vom Pferd so dick wie ein Elefantenfuß !!!! Wir haben also Gastón angerufen und gefragt, was tun ? Ja, ich könnte ja das Medikament noch mal spritzen, das es am Donnerstag schon bekommen hat. Toll. Intravenös !!! Ich war nur Krankenschwester für Kinder ! Pferde habe ich noch nie behandelt ! Aber gut, versuchen kann ichs ja mal. Also Spritze aufgezogen, Pferd angebunden und  die Vene gesucht. Wo ich suchen mußte, wußte ich ja, habe mehrmals zugeguckt. Aber nach einigen Versuchen habe ich es dann aufgegeben. Nur gut, daß mein Pferd so geduldig ist !!!  Also haben wir wieder telefoniert, sind zu dem Ergebnis gekommen, daß ein Antibiotikum auch muskulär gespritzt werden kann und sind erneut nach Tarariras gefahren, um das neue Medikament zu besorgen. Am Nachmittag bekam der Patient dann eine ordentliche Dosis von mir verpasst. Zur Ruhigstellung haben wir ihn danach in einen kleinen Corrall gebracht, in dem er nicht viel herumlaufen kann. Am Sonntagvormittag war dann die Schwellung am Fuß deutlich geringer. Am Montagmorgen klappte es mit dem Laufen auch schon viel besser, sodass  ich ihn auf die kleine Weide zum Fressen ließ. Nach zwei Stunden war der Fuß wieder angeschwollen und ein Laufen unmöglich. Aber heute kam ja Gastón wieder zur Arbeit und hat ihm gleich noch das Mittel zum Abschwellen und Schmerzlindern gespritzt . Wir haben uns geeinigt, noch bis Mittwoch abzuwarten. Wenn es bis dahin nicht besser ist, muß ein Veterinär her !!!

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